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Celle Stadt Orgelsinfonie mit Tango und Blues
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Orgelsinfonie mit Tango und Blues
22:06 31.10.2018
Oskar Gottlieb Blarr kommt zum Veranstaltungszyklus un.er.hört – Konzerte für Kwidzyn in die Celler Stadtkirche.
Celle

Oskar Gottlieb Blarr ist 84 Jahre alt, aber wenn man mit ihm redet, so hat man das Gefühl, mit einem jungen Musikaktivisten zu reden, der in die Zukunft denkt und in dem es brodelt. Der in Ostpreußen geborene Blarr gehört als Komponist zu der kleinen Gruppe derer, die sich im weitesten Sinne als Schüler des Kölner Avantgardisten Bernd Alois Zimmermann verstehen. Erstaunlich ist dabei weniger die Tatsache, dass sich Blarr bis heute nahe bei Zimmermann verortet, als dass seine Musik nicht annähernd so schwer zu hören ist wie die seines Lehrmeisters, obwohl er dessen Ansichten über Musik in ganz vielen Punkten teilt. Während Zimmermann zeit seines Lebens als avantgardistischer Neutöner größte Probleme bei der Akzeptanz seiner Stücke bei Musikern wie Zuhörern hatte, so klingt Blarrs Musik bei allem Anspruch und bei aller Komplexität doch meist so, dass sie auch für Normalhörer aufnehmbar und mit Genuss hörbar ist. Und sie stellt zwar technisch hohe Ansprüche an die Ausführenden, geht aber in den Anforderungen nicht wie seinerzeit bei Zimmermann so weit, dass sich selbst renommierte Musiker weigerten, diese Musik zu spielen.

Zimmermann wäre dieses Jahr 100 Jahre alt geworden, weshalb Blarr sogleich darauf zu sprechen kommt, wie sehr es ihn freut, deshalb dieses Jahr als Vortragsredner oder Gesprächspartner zum zunehmend erfolgreicher aufgeführten Zimmermann gefragt zu sein. Dass seine eigene Musik wie selbstverständlich von vielen Organisten im Gottesdienst gespielt wird, das lässt er zunächst bescheiden vollkommen unerwähnt.

Blarr entspricht ganz und gar nicht dem Klischee des Tonsetzers, der in seinem Kämmerlein sitzt und mit Klangideen jongliert. Er lebte immer im Hier und Jetzt und interessierte sich zeitlebens für alle Musik, die ihn umgab, gleich welcher Herkunft.

Mit Begeisterung erzählt er von Jazzern wie Klaus Doldinger oder George Maycock, dem er in der Düsseldorfer Szene oft begegnete und mit dem er freundschaftlich verbunden war. Das war für einen leitenden Kirchenmusiker wie Blarr, der fast 40 Jahre in der Düsseldorfer Hauptkirche amtierte, anfangs bestimmt keine Selbstverständlichkeit. Und genau diese Offenheit ist in seiner Orgelmusik auch zu hören. So ist es kein Zufall, dass es in seiner vom Celler Kirchenmusikdirektor Michael Voigt für den heutigen Donnerstag um 18 Uhr angekündigten Orgelsinfonie „Der Lobende“ genauso einen Tango gibt wie einen Blues. Und auch auf jüdische Musiktraditionen nimmt er in seiner Musik Bezug.

Zusätzlich zur stilistischen und genremäßigen Offenheit Blarrs spielt der langjährige Ort seines Wirkens, Düsseldorf, für den Komponisten bei diesem Stück eine Rolle. Wie sich das konkret im Stück niederschlägt, das wird Blarr in einer ausführlichen und mit Musik illustrierten Einführung zu seiner Orgelsinfonie in der Celler Stadtkirche schildern. Die Celler Musikfreunde können sich nicht nur auf einen musikalisch spannenden Abend freuen, sondern auch auf unterhaltsame Erläuterungen des Komponisten vorab. Denn im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen kann Blarr Musik so erklären, dass jeder versteht, was gemeint ist. Und bevor Spenden für die dringend notwendige Renovierung der Domorgel in Kwidzyn (Marienwerder), einer Partnerstadt Celles, gesammelt werden, gibt es polnischen Mohnkuchen.

Von Reinald Hanke

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