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Celle Stadt Orientierungshilfen für Blinde: AKH macht nächsten Schritt in Richtung Barrierefreiheit
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Orientierungshilfen für Blinde: AKH macht nächsten Schritt in Richtung Barrierefreiheit
05:56 16.02.2018
Auf dem Boden angebrachte Noppen und Rillen sollen blinde und sehbehinderte Menschen, wie Werner Gläser,im AKH bis zur Information leiten. Direkt am Eingang befindet sich eine Übersichtstafel in Brailleschrift. Die Ziffern der Türen sind kontrastreich umrandet. Quelle: Katharina Baumgartner
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„Bereits in mehreren Terminen haben sich Vertreter des AKH Celle, zuständige Bauplaner und die Stadt Celle mit Vertretern des Sozialverbands Deutschland (SoVD) und des BVN ausgetauscht, um Möglichkeiten barrierefreier Wegeführungen im Zusammenhang mit der Erneuerung des AKH auszuloten“, sagt AKH-Sprecherin Miriam Müller. Ziel sei es gewesen, schrittweise die Eingangshalle sicher und barrierefrei zu gestalten.

Konkret bedeutet das: Optische und ertastbare Veränderungen, die den betroffenen Menschen helfen sollen, sich im Eingangsbereich zu orientieren. Werner Gläser zeigt sich sehr zufrieden mit den Erneuerungen. „Hier wurden viele Problempunkte richtig gut gelöst.“ Beim Eintreten in die Eingangshalle werden blinde oder sehbehinderte Menschen durch ein schwarzes, taktiles Leitsystem vom Haupteingang bis zum Informationstresen geleitet. Auf dem Boden sind dafür Rillen und Noppen angebracht. „Der farbliche Kontrast ist für Menschen mit einer Sehbehinderung besonders wichtig“, sagt Gläser, der noch eine Sehkraft von zwei Prozent hat. Auch mit dem sogenannten Blindenstock ließe sich der Weg „ertasten“. Ein Manko sieht der Celler jedoch darin, dass sich bereits jetzt die aufgeklebten Rillen vom Untergrund lösen. Auf Rückfrage versicherte das AKH, dass das Problem bereits gemeldet sei und schnell behoben werden soll.

Direkt am Eingang befindet sich eine Übersichtstafel in Brailleschrift. Mit den Fingerspitzen kann das Punktmuster gelesen werden. „Diese Skizze unterstützt die Orientierung innerhalb der Halle in Verbindung mit dem taktilen Leitsystem auf dem Fußboden“, resümiert Müller. Die Eingangstüren aus Glas sind nun mit schwarz-weißen Streifen gekennzeichnet. „Schaue ich von außen nach innen, kann ich die hellen Markierungen gut sehen. Verlasse ich das Gebäude, fallen mir sofort die dunklen Streifen auf. Auch die drei Glastüren zu den jeweiligen Anmelderäumen sind kontrastreich beschriftet.

Bei allen weiteren geplanten Bauarbeiten im AKH Celle sollen sowohl innerhalb des Gebäudes, aber auch im Außenbereich die Bedürfnisse sehbehinderter und blinder Menschen weiterhin berücksichtigt werden. „Beispielsweise könnten in einem nächsten Schritt die Wegeketten von den Bushaltestellen am Siemensplatz zum Haupteingang optimiert werden“, sagt die AKH-Sprecherin. In die fortlaufende inhaltliche Beratung werde Bernd Skoda vom SoVd und Werner Gläser vom BVN weiter einbezogen.

Hellhörig dürfte die Celler Politik geworden sein, als die Stadt jüngst darlegte, welche Folgen es haben wird, wenn die Landesregierung in Hannover die Eltern mit komplett kostenlosen Kita-Plätzen beglücken wird. Am Rande der Ausführungen wurde deutlich: Die Celler Kindergärten sind voll, alle 2392 Plätze in städtischen Einrichtungen und denen der Freien Träger sind belegt. Das Problem: Für 338 Kinder hätten die Eltern noch den Anspruch auf einen Kindergartenplatz. Doch dem könnte die Stadt im Augenblick nicht entsprechen.

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