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Celle Stadt Ortsbürgermeister packt im Grünbetrieb mit an
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ortsbürgermeister packt im Grünbetrieb mit an
16:12 07.07.2017
Von Dagny Siebke
An der Grundschule Nadelberg bringen Andreas Kumpf und Praktikant Klaus Didschies den Schulhof wieder auf Vordermann. Quelle: Alex Sorokin
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Nur zwei Stunden lang wurde Didschies eingewiesen, danach konnte er selbstständig anpacken. „Schon am Montagnachmittag bin ich auf einer Wiese am Hang mit einem schweren Rasenmäher an meine Grenzen gekommen“, erzählt der ehemalige Berufsoffizier.

„Ich sehe die Mitarbeiter auf jeden Fall mit ganz anderen Augen, wenn ich das nächste Mal auf den Bauhof fahre“, betont Didschies. Er sei von den Mitarbeitern des Grünbetriebs sehr herzlich aufgenommen worden. Schnell wurden ein paar Missverständnisse aus der Welt geräumt. So sei Didschies von den Kollegen gefragt worden, ob er als Ortsbürgermeister hauptamtlich tätig sei und Geld damit verdiene, verrät er. Im Gegenzug erfuhr der Ratsherr, dass der Grünbetrieb 102 Spielplätze im Stadtgebiet instand hält und jede Woche kontrolliert.

„Das macht eine Sauarbeit“, so Didschies. Besonders mühsam sei es, um die Sandkästen herum die Hinterlassenschaften der Erwachsenen an den Bänken und Papierkörben einzusammeln: Nämlich zahlreiche Zigarettenkippen, Glasflaschen und Bierdosen. „Das muss nicht sein“, findet Didschies. „In der Zeit könnten die Mitarbeiter des Grünbetriebs auch sinnvollere Dinge tun.“ Gerade Eltern sollten ihren Kindern ein Vorbild sein und den Müll richtig entsorgen.

Gerade vor dem Hintergrund des Bauhof-Umzugs wollte Didschies einmal hinter die Kulissen des Grünbetriebes schauen, um Strukturen und Abläufe zu verstehen. Ihm sei es wichtig gewesen, so der Ruheständler, ernsthaftes Interesse zu zeigen – außerhalb des Wahlkampfes. Stadtsprecherin Myriam Meißner bestätigt, dass sich noch mehr Ratsmitglieder für eine Hospitanz angemeldet hätten. Doch wann und wo sie eingesetzt werden sollen, stehe noch nicht fest.

Dass das Interesse an der Aktion groß ist, freut auch Didschies. Er findet: „Die Aktion sei besonders für Rentner geeignet, hieß es seitens der Stadt. Ich sehe das anders: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg – auch für Berufstätige.“