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Celle Stadt Panorama Heidelbergs auf Sondermarke verewigt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Panorama Heidelbergs auf Sondermarke verewigt
10:38 10.09.2013
Celle Stadt

„175 Jahre Dampf-lokomotive Saxonia“

Als England noch das Mekka der Schwerindustrie war – und der Begriff Industriespionage noch ein Fremdwort –, nahm der deutsche Ingenieur Johann Andreas Schubert (1808–1870) an der englischen Dampflokomotive „Comet“ Maß, die in Manchester hergestellt und nach Sachsen geliefert worden war. In der Maschinenbau-Anstalt Übigau bei Dresden machte er sich daraufhin ans Werk und erbaute 1838 mit der „Saxonia“ die erste, im Alltagsbetrieb einsetzbare deutsche Dampflokomotive. Obgleich nur wenig mehr als eine gelungene Kopie, leitete die Tatsache, dass Schubert die „Saxonia“ in Deutschland zum Laufen brachte, hierzulande den Lokomotivbau ein. Das englische Monopol war gebrochen und in Deutschland begann der Eisenbahnboom.

Die „Saxonia“ verfügte über eine Leistung von 40 kW (54 PS) und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 50 km/h. Das Dampfross wurde in den Dienst der Leipzig-Dresdener Eisenbahn gestellt und verkehrte bis etwa Mitte der 1840er Jahre auf der rund 116 Kilometer langen Strecke zwischen den sächsischen Metropolen. So ist für 1843 eine Laufleistung von 8666 Kilometern nachgewiesen.

„Heidelberg Panorama“

Es ist ein ästhetischer Augenschmaus, an dem man sich fast nicht satt sehen kann: Die Alte Brücke, die den Neckar quert hin ins Zentrum der malerischen Altstadt mit der die Dächer überragenden Heiliggeistkirche.

Darüber thront das majestätische Heidelberger Schloss, ehedem eines der prächtigsten Schlösser Europas und noch als Ruine ein von Touristen aus aller Welt besuchter Sehnsuchtsort der deutschen Romantik. Untergegangene Baukunst, die sich perfekt in die sie umgebende Landschaft einpasst.

Schon die Römer schufen an einer seichten Stelle eine Brücke über den Neckar. Doch die Strömung nagte unaufhörlich an dem Konstrukt – und so verfiel der erste Weg über den Fluss. Insgesamt neun Mal wurde ein Übergang errichtet, erst nur aus Holz, später mit einem steinernen Sockel. Nachdem ein Eishochwasser den hölzernen Aufbau der Brücke zerstört hatte, befahl 1788 Kurfürst Karl Theodor (1724-1799) den Bau der ersten vollkommen steinernen Brücke.

Ist man einmal über das Kopfsteinpflaster durch das Brückentor am Südende der Alten Brücke geschritten, ist es nicht mehr weit zur Heiliggeistkirche. Die von 1398 bis 1515 aus rotem Neckartäler Sandstein errichtete gotische Hallenkirche mit barockem Dach und barocker Turmhaube blickt auf eine bewegte Geschichte zurück.

„200 Jahre Skat“

Skat ist das populärste Kartenspiel der Deutschen. Millionen Menschen treffen sich, um in geselligen Runden nach einem strengen Regelwerk zu geben, zu reizen und zu stechen. „Wenn man nicht ernst spielt, macht es keinen Spaß“, wusste schon der große Komiker Loriot (1923–2011) über das Spiel zu sagen, das vielen als das Schach unter den Kartenspielen gilt. Durch Emigranten gelangte Skat im Laufe von Generationen auch in andere Erdregionen, so fanden 1888 etwa in Brooklyn die ersten US-amerikanischen Skatmeisterschaften statt.

Die Wurzeln des Skats liegen im thüringischen Altenburg, wo vor 200 Jahren die Honoratioren der Stadt, darunter ein Hofadvokat, ein Medizinalrat, ein Ratsherr und ein Kanzler, eine Kartenrunde gegründet hatten. Sie benutzten den Satz aus 32 Karten, wie er seit Jahrhunderten in Altenburg gefertigt wurde, experimentierten jedoch mit Spielideen und Regeln. Aus einer Variante des „Schafkopf“ entstand durch Hinzunahme von Elementen anderer Spiele eine neue Spielkreation, die sie, wie aus den privaten Aufzeichnungen des Kanzlers Hans Karl Leopold von der Gabelentz vom September 1813 bekannt ist, als „Scat“ bezeichneten.

Edgar Schröder

Von Edgar Schröder