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Celle Stadt Parkplatzknappheit am AKH regt Celler auf
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Parkplatzknappheit am AKH regt Celler auf
20:20 03.02.2015
Von Michael Ende
Nichts mehr frei: In Situationen wie diesen macht auch das - modernste Parkleitsystem so manchen Autofahrer ratlos. Jörg - Dümeland kennt sich rings ums AKH aus: „Als Zulieferer stehe ich - sehr oft an dieser Schranke. Das nervt schon. Aber davor, als keine da war, war es ja noch schlimmer. Da war hier ja immer alles sofort voll.“ Quelle: Benjamin Westhoff
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450 Parkplätze für rund 1900 Mitarbeiter und täglich Hunderte von Besuchern - dass diese Rechnung nicht immer aufgeht, erleben Besucher des Allgemeinen Krankenhauses Celle (AKH), wie Carola Bergmann aus Langlingen: „Da stehe ich 20 Minuten vor der verschlossenen Schranke und kann nicht auf den Parkplatz, obwohl dort jede Menge freier Plätze sind. Zwei Dutzend Autos sind schon vom Parkplatz runtergefahren, und ich komme nicht rauf - das ist frustrierend.“ Christa Torkler hat eine halbe Stunde gewartet, bis sie auf den AKH-Parkplatz kam: „Das kann doch nicht sein, dass da lauter leere Plätze für Dauerparker frei gehalten werden - das muss neu geregelt werden.“

Auch AKH-Mitarbeiter sind unzufrieden. Einige meinen, dass das neue Parkleitsystem eine „Katastrophe“ vor allem für das Personal sei. Am Tag, als die neue Parkleit- und Schrankenanlage scharfgeschaltet wurde, sei das „blanke Chaos“ ausgebrochen, so eine Mitarbeiterin: „Manche Kollegen sind mit ihren Autos eine Stunde lang gekreist, bis sie einen Parkplatz gefunden hatten. Viele Kollegen sind zu spät zum Dienst gekommen.“

In der Wittinger Straße gebe es nun gar keine Möglichkeiten zum Parken mehr für AKH-Personal, beschwert sich die Mitarbeiterin: „Das Angebot, sich für 25 Euro im Monat einen Parkplatz zu besorgen, ist auf 60 Plätze beschränkt und längst ausgebucht. Von der Verwaltung gibt es dumme Sprüche, wenn man das Thema anspricht. Etwa: Fahren Sie doch mit dem Fahrrad - und das zu jemandem, der aus dem Nordkreis kommt.“ Viele Mitarbeiter, gerade die Halbtagskräfte, seien jedoch auf das Auto angewiesen, weil sie damit ihre Kinder aus der Schule oder dem Kindergarten abholen müssten.

„Am Tag, als das neue System an den Start ging, hatten wir in der Tat ein Riesenproblem, weil eine externe Firma in letzter Sekunde noch ein Update vorgenommen hatte. Manche Kollegen mussten bis zu 17-mal ihre Karte zücken, bis sie durch die Schranke kamen“, so Ralf Laumert, Betriebsratsvorsitzender der AKH-Gruppe. Man habe sich mit der Chefetage darauf geeinigt, die Zahl der Mitarbeiter-Parkplätze um 50 auf 250 zu erhöhen, so dass noch 200 für Patienten und Besucher blieben: „Wir müssen jetzt sehen, wie das funktioniert.“ Laumert ahnt: „Jeden wird man nicht zufrieden stellen können - dabei haben wir im Vergleich mit anderen Kliniken wie etwa in Braunschweig noch eine komfortable Situation.“

„Nach anfänglichen, insbesondere durch den Hersteller der Software verursachten Problemen, hat sich die Situation mittlerweile beruhigt. Insbesondere für externe Parker wie Patienten oder Besucher steht nun jederzeit ausreichend Parkraum zur Verfügung“, so Christoph Schneidewin, kaufmännischer Direktor der AKH-Gruppe.

Die Zufriedenheit mit der Gesamtsituation am AKH hält sich indes in Grenzen: Laut der jetzt veröffentlichten „Weißen Liste“, eines Projekts der Bertelsmann-Stiftung, die Krankenhäuser inklusive einer Bewertung durch die Patienten objektiv vergleichbar machen soll, haben 74 Prozent von 1591 befragten Patienten das AKH weiterempfohlen. Damit liegt die Celler Klinik auf Rang 24 von 31 Rängen in Niedersachsen.