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Celle Stadt Parkprobleme: Celler Kurden beauftragen Biermann
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Parkprobleme: Celler Kurden beauftragen Biermann
21:01 10.09.2017
Von Gunther Meinrenken
Falschparker konnten Mitarbeiter der Stadt rund um das Ezidische Kulturzentrum häufig aufschreiben. Die Kurden haben nun den ehemaligen Oberbürgermeister Martin Biermann als Vermittler eingeschaltet. Quelle: Michael Schäfer, Oliver Knoblich, Montage: CZ (Archiv)
Celle Stadt

Die Daumenschrauben anlegen möchte die Stadt gerne bei den Betreibern des Ezidischen Kulturzentrums (EKZ), um die teilweise chaotischen Parkzustände im Umfeld von Trauerfeiern im umliegenden Gewerbegebiet in den Griff zu bekommen. Auf Seiten der Kurden hat man sich jetzt kompetente Hilfe geholt. Der Vorstand des EKZ hat einen Spezialisten für Verwaltungsrecht engagiert, der bei den Verhandlungen mit der Stadt mit am Tisch sitzt. Der Rechtsanwalt kennt sich im Neuen Rathaus bestens aus. Es ist kein Geringerer als der ehemalige Oberbürgermeister Martin Biermann, der nun die Interessen des EKZ vertritt.

Seit bald zwei Jahren leiden die Gewerbetreibenden rund um das EKZ an den hohen Besucherzahlen der Trauerfeiern. Die Gäste parkten Einfahrten zu oder standen so im Halteverbot, dass Lieferverkehr nicht mehr auf die Grundstücke kam. Absurder Höhepunkt des Geschehens: Ein Abschleppunternehmer kam nicht mehr vom Hof, weil seine Einfahrt zugeparkt war.

Im Neuen Rathaus machte man dem EKZ Auflagen. Unter anderem sollten Ordner das Parken regeln. Oft mit mäßigem Erfolg. An manchen Tagen war nur eine Person eingeteilt, die auch noch auf dem EKZ-Grundstück nach dem Rechten sah, statt in den Straßen die Gäste vom Falschparken abzuhalten. Die Stadtverwaltung fuhr zweigleisig. Sie unterstützte das EKZ bei der Suche nach weiteren Parkflächen und baute gleichzeitig die Drohkulisse auf, notfalls ein baurechtliches Verfahren in Gang zu setzen, das notfalls bis zur Betriebsuntersagung gehen kann.

Das EKZ erkannte den Ernst der Lage und holte sich den Verwaltungsrechtler Biermann an die Seite. "Von Daumenschrauben kann nicht die Rede sein", meinte er jetzt nach der zweiten Gesprächsrunde im Neuen Rathaus. Vielmehr ginge es darum, auf Basis der bisher erteilten Genehmigung gemeinsam eine Lösung zu finden, die für alle Seiten akzeptabel sei.

Ein endgültiges Ergebnis sei noch nicht erzielt worden. Details mochte Biermann nicht nennen. Allerdings deutete er an, dass an einer baulichen Lösung gearbeitet werde. Ein Architekt sei damit beauftragt worden, nach Lösungen zu suchen, die Nutzung der Parkplätze auf dem Gelände des EKZ neu zu ordnen. Sprich, es könnte darum gehen, den Besucherstrom zu verteilen.

Nach Angaben von Gerüstbauer Eberhard Niewerth, der mit seiner Firma schon oft unter dem Besucheransturm im EKZ gelitten hat, habe sich die Situation in den vergangenen Wochen etwas entspannt. "Es gibt immer noch Beeinträchtigungen, aber nicht mehr so heftig wie früher", so Niewerth. Das dürfte vor allem daran liegen, dass die Gäste der Trauerfeiern nun tagsüber während der Woche den Parkplatz der nahegelegenen Diskothek Inkognito benutzen dürfen. Nach Angaben der Betreiber kostenlos.