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Celle Stadt Perspektiven für den Stadtverkehr
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Perspektiven für den Stadtverkehr
17:45 24.06.2012
Namen von li. Nach re. - OB Mende, Bernd Skoda, Dr.Ralf G¸nzel, Prof. Peter Pez, Nadin Biseweski. Joachim Schmidt- Bisewski, Georgia Langhans, Enno Hagenah, MdL Quelle: Peter M¸ller
Celle Stadt

Radwege, Bürgersteige, Bus und Bahn und Autobahn, behindertengerechte Wege: Mobilität in vielen Facetten diskutierten am Sonnabend rund 50 Teilnehmer der Tagung „Celle macht Mobilität“. Die Stiftung Leben & Umwelt hatte in die Räume der Volkshochschule eingeladen.

Nach Impulsreferaten fanden sich die Teilnehmer in fünf Arbeitsgruppen zusammen und diskutierten, wie der Verkehr in und um Celle verbessert werden kann.

„Celle ist eine Fahrradstadt“, stellte Professor Peter Pez von der Universität Lüneburg fest. Er regte an, Trampelpfade in der Verkehrsplanung stärker zu berücksichtigen, da diese die natürlichen Strukturen abbilden.

Annegret Pfützner (Grüne) moderierte die Arbeitsgruppe, die sich mit dem öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) in Celle beschäftigte. Dieser war nach der jüngsten Fahrplanänderung der Firma CeBus in die Diskussion geraten. „Die Daseinsvorsorge ist durch die Kürzungen und Streichungen im Stadtbusverkehr Celle nicht mehr gegeben“, hält sie fest. „Es ist bemerkenswert: Die Leute melden sich im Seniorenservicebüro, weil sie ihre alten Freundschaften nicht mehr pflegen können, weil sie zum Einkaufen nicht mehr ohne weiteres in den Laden kommen.“

Diskutiert hat die Arbeitsgruppe vor allem das Beispiel aus Nienburg, das Volker Dubberke, Geschäftsführer der dortigen Stadtbusgesellschaft vortrug. In Nienburg steigerte sich die Zahl der Teilnehmer im ÖPNV von 200.000 im Jahr 2001 auf mehr als 1,1 Millionen im Jahr 2011. So wurde der Verkehr deutlich wirtschaftlicher. Dazu trugen Öffentlichkeitsarbeit bei, aber auch das spezielle Beschwerdemanagement, berichtet Claudia Langhans (Grüne).

Joachim Schmidt-Bisewski, der die Tagung moderierte, zog am Abend erste Schlüsse: Erstens solle der nicht motorisierte Verkehr bevorzugt werden, zweitens müssten städtische Planungen alle Verkehrsteilnehmer besser berücksichtigen, „insbesondere die Barrierefreiheit“. Drittens sollen die Fortbewegungsarten besser vernetzt werden: „Der Umstieg von Rad in den Bus, in den Zug und ins Auto oder umgekehrt muss kundenfreundlich sein, um schnell und barrierefrei an den Arbeitsplatz oder auch ins Theater nach Hamburg oder Hannover zu kommen“, resümierte er.

Von Isabell Prophet