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Celle Stadt Perspektivloses Kaiser-Panorama
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Perspektivloses Kaiser-Panorama
13:26 11.09.2013
Von Michael Ende
Karsten Hälbig sucht einen neuen Platz für sein Kaiser-Panorama, das er Antonia Kaupp (kleines Bild) in Wietze präsentieren musste. Kit dem "Kopfbau" des Kunstmusuems kann er sich nicht anfreunden.      Celle, einmal mit Petra Hälbig, einmal mit Karsten Hälbig, zur Auswahl (bei Verwendung bitte ggf. beschneiden) Quelle: nicht zugewiesen
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„Jahrhunderterinnerungen in 3-D“ stehen seit vielen Jahren als Synonym für einen der letzten Guckkästen des Berliner Medienunternehmers August Fuhrmann in Celle und optische Illusionsreisen in eine vergangene Zeit. Auf so eine Zeitreise begab sich nun auch eine direkte Nachfahrin Fuhrmanns, Antonia Kaupp mit ihrem Mann Ulrich. Sie besuchten das Kaiser-Panorama und trafen dabei auf die Celler Petra und Karsten Hälbig mit ihrem Förderverein. Statt ins Bomann-Museum musste Kaupp jedoch nach Wietze fahren. Im dortigen Erdöl-Museum ist das Kaiser-Panorama untergestellt.Es sieht derzeit nicht danach aus, als ob es noch einmal nach Celle zurückkehren würde. „Im besten Falle landet es wohl im Depot“, so Karsten Hälbig mit süßsaurer Miene.

Hälbig hatte vor über 20 Jahren erstmals mit dem Kaiser-Panorama Furore gemacht, als er diese längst vergessene Einrichtung zum 700. Stadtgeburtstag wieder nach Celle holte. "Mit dem Turmzimmer wurde für einige Jahre ein ganz hervorragender Platz im Bomann-Museum gefunden. Dann kamen Umbau und Neukonzeption der Ausstellungsräume, ohne dass das Kaiser-Panorama in die neue Konzeption eingebunden worden wäre" klagt Hälbig. Stattdessen habe die Museumsleitung es im Foyer des so genannten „Kopfbaus“ aufstellen wollen, hinter moderner Glasfassade, ohne eigenen Zugang, quasi zwischen Treppe und Fahrstuhl und unter der Überschrift des Kunstmuseums mit der Sammlung Robert Simon.

Das war nun Hälbig zu viel – oder besser zu wenig. "Der Vereinsvorstand befasste sich mit dem Standort und kam zu dem Schluss, dass dieser dem Kaiser-Panorama nicht gerecht werde", so Hälbig: "Selbst Robert Simon musste gestehen, dass das eigentlich nicht passt." Eine Absage an das Bomann-Museum, das die Dimension und Anziehungskraft des alten Panoramas mit seinen einmaligen farbig und dreidimensionalen Einblicken in die Kaiserzeit nach Einschätzung Hälbigs "anscheinend verkenne", war die Folge. „Dabei hätten wir viele Themen zu bieten, die auch zum Konzept des Bomann-Museums passen würden." Derweil sei man mit anderen Museumseinrichtungen im Gespräch, unter anderem in Schleswig-Holstein und in Sachsen: "Celle jedenfalls läuft Gefahr, eines der wenigen herausragenden Kulturgüter jener Zeit zu verlieren."

Bomann-Museums-Direktor Jochen Meiners wundert sich über die Aufregung: "Den neuen Standort im Kopfbau hatten wir vor zwei Jahren gemeinsam mit Herrn Hälbig ausgesucht. Der neue Platz wäre besser gewesen als der alte im abseits der Besucherströme gelegenem Turmzimmer. Herr Hälbigs plötzlicher Sinneswandel und seine kurzfristige Absage haben uns kalt erwischt - da stand aber unsere Planung schon."

Hälbig hat "keine Lust" das Kaiser-Panorama noch einmal nach Celle zu bringen - "wenn kein angemessener und vor allem konzeptionell stimmiger Platz dafür gefunden werden kann". Meiners könnte die Lösung schon parat haben: "Wir haben nach Alternativen gesucht. Derzeit steht die Idee im Raum, das Panorama im Alten Rathaus unterzubringen - vielleicht könnte sich Herr Hälbig ja dafür erwärmen. Einen viel besseren Platz gibt es jedenfalls nicht." Michael Ende