Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Pervez Mody überzeugte mit seinem Konzert „Lichtgestalten der musikalischen Welt“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Pervez Mody überzeugte mit seinem Konzert „Lichtgestalten der musikalischen Welt“
15:34 21.09.2016
Pervez Mody überzeugte mit seinem Konzert „Lichtgestalten der musikalischen Welt“ das Publikum. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Zwischen Beethovens 10 Variationen über das Thema „La stessa, la stessissima“ aus der Oper „Falstaff“ von Antonio Salieri und dem atemberaubend virtuosen Schlusspunkt mit Liszts populärer Rhapsodie Nr. 2 bot Mody geradezu mitreißende Beispiele seines gleichermaßen emotions- wie energiegeladenen Spiels. Zum Beispiel Beethovens „Sturm-Sonate“ mit ihren rhythmischen und harmonischen Kühnheiten. Schwelgerisch schön wusste Mosy zunächst das Rezitativ zu entfalten, das sich – wie einem Oratorium entnommen – mit verhaltener Deklamation aus dem Eingangslargo entwickelte und die Zuhörer in eine Traumwelt versetzte. Und welch wunderbar herausgespielter Kontrast dazu das mitreißende, wie mit Paukenwirbeln begleitete Adagio mit seinen geradezu orchestralen Wirkungen.

Im weiteren Verlauf offenbarte Mody seine besondere Affinität zu Skrjabins Klaviersprache. Etwa bei dessen Sonate Nr. 9, die auf dem auskomponierten Weg in die Ekstase zu einem Hörerlebnis von urtümlicher Wucht und zugleich äußerster klanglicher Raffinesse wurde. Doch nicht nur dieser Sonate, sondern auch Skrjabins Préludes (op. 33 und 35) und Etüden (aus op. 8) gewann Mody ein ungemein beeindruckendes Spannungsverhältnis zwischen Spannungsbögen und Harmonik ab. Er erkannte die Pointe jeder Miniatur und brachte die minutenlangen Charakterstücke so einfühlsam wie unprätentiös auf den Punkt. Und statt im Pathos zu schwelgen, zeigte er Strukturen. Dabei ließen sein klares Dispositionsvermögen, fabelhafte Reflexe, ein immens variabler Anschlag und vor allem seine poetische Gestaltungskraft, die allen Stücken die Frische spontaner unmittelbarer Empfindung verlieh, immer wieder aufhorchen. Denn Mody wusste jedem Stück die eigene Gangart und den eigenen Charakter zukommen zu lassen.

Von Rolf-Dieter Diehl