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Celle Stadt Pfefferspray hilft auch Celler Förstern im Notfall
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Pfefferspray hilft auch Celler Förstern im Notfall
17:15 05.01.2017
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Bei freilaufenden Hunden, die nicht mehr auf den Halter hören und Förster etwa beim Auszeichnen von Bäumen im Wald zu attackieren drohen, könnte das Pfefferspray eingesetzt werden, meint Haufe. Allerdings wüssten die meisten Förster, wie sie sich in solch einer Situation zu verhalten hätten, weil sie oft selbst zur Jagd gingen und einen eigenen Hund besäßen. „Es könnte aber auch ein Wildschwein sein“, sagt Haufe mit Blick auf weitere Gefahren.

Jeder Mitarbeiter entscheide selbst, ob er sich mit Pfefferspray ausrüsten wolle, so Haufe. Wer das nicht wolle, der lasse es. Er geht davon aus, dass etwa die Hälfte der rund 135 Förster darauf zurückgreifen werde.

Indirekt hat die Initiative der Landwirtschaftskammer aber schon etwas mit dem Wölfen in Niedersachsens Wäldern zu tun. Der Mensch zähle nicht zum Beuteschema des Wolfs, sagt Haufe. Wölfe könnten aber Interesse an den Hunden der Mitarbeiter zeigen. Mit Pfefferspray könne ein möglicher Angriff abgewehrt werden. Haufe verweist auf das Wolfsportal des Landes Niedersachsen. Dort heißt es: „Bei einem Wolfsangriff ist auf jeden Fall eine massive Abwehr unter Einsatz kräftiger Tritte und Schläge angebracht. Sehr wirksam ist der Einsatz von Pfeffergel oder Pfefferspray, dieses muss dem Wolf direkt ins Gesicht gesprüht werden.“

Alfred Rabe von der Bezirksförsterei Lachendorf hat 2016 das Angebot seines Arbeitgebers wahrgenommen und sich mit Pfefferspray versorgt. Es liege bei ihm im Handschuhfach des Autos, hin und wieder nehme er es auch mit, wenn er zu Fuß im Wald unterwegs ist. Eingesetzt hat er es noch nie. „Bei mir ist der Wolf“, sagt Rabe, aber er beschäftige sich nicht ständig gedanklich mit dem Beutegreifer. Seit 40 Jahren ist er im Wald tätig, da habe es auch schon Nah-Begegnungen mit Wildschweinen gegeben. Ob man tatsächlich so schnell reagieren könne, sei die Frage. Die Notwendigkeit eines Pfefferspray-Einsatzes sieht der Förster eigentlich nur beim Wolf.

Wenn er durch den Wald laufe, habe er kein Pfefferspray dabei, sagt Volker Schulte, Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Celler Land. Bekomme man die Spraydose bei einem akuten Notfall überhaupt so schnell aus der Manteltasche und mache die hektische Bewegung ein Tier nicht noch aggressiver, fragt er. Und fügt hinzu: „Ich bin kein Wolfsexperte.“

Die Landesforsten sehen keinen Bedarf, ihre Mitarbeiter mit Pfefferspray auszurüsten. „Mir ist keine Situation bekannt, wo es hätte zum Einsatz kommen können“, sagt Reiner Baumgart, regionaler Pressesprecher der Landesforsten für Nord-Ost-Niedersachsen. Zuvor hat er beim Forstamt Unterlüß nachgehakt. Auch mit Hunden habe es da nie Probleme gegeben.

Von Joachim Gries