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Celle Stadt Pferd "Rocco" von Lobetal in Celle muss kürzer treten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Pferd "Rocco" von Lobetal in Celle muss kürzer treten
14:30 09.05.2014
Von Gunther Meinrenken
Franziska Krebs hilft Emma Louise auf Rocco. - Daneben: Bernd Schulz Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Emma Louise steht in der Warteschlange auf dem Holzpodest. Selbst das regnerische Wetter hat sie nicht davon abhalten können, auf den Abenteuerspielplatz der Lobetalarbeit am Garnseeweg zu kommen. Denn Emma Louise möchte reiten. Als sie an der Reihe ist, hebt Lobetal-Mitarbeiterin Franziska Krebs sie auf den Sattel und „Rocco“ macht sich gemächlich auf den Weg zu einer kleinen Runde über den Reitplatz. Der Haflinger ist der Liebling der Kinder, die den beliebten Abenteuerspielplatz besuchen. Der Wallach ist in die Jahre gekommen und wird in Zukunft nicht mehr so oft zum Einsatz kommen.

Für viele Kinder ist „Rocco“ die erste leibhaftige Begegnung mit einem Pferd. „Seit fast zwölf Jahren ist er auf dem Abenteuerspielplatz und von dort nicht mehr wegzudenken“, sagt Lobetal-Pressesprecher Markus Weyel. Sein Job sei bisher das Ponyreiten gewesen, außerdem sei er als Kutschpferd aktiv gewesen. „Mittlerweile ist der Wallach 22 Jahre alt und muss aufgrund von altersbedingten Rückenproblemen kürzer treten. Er ist weiterhin im Einsatz, aber unter vereinfachten Bedingungen. Rocco wird nur noch Kinder bis zum Grundschulalter tragen“, so Weyel.

Das Ponyreiten ist ein wichtiger Bestandteil der zahlreichen Angebote auf dem Platz. „Die Kinder genießen den direkten Kontakt zum Pferd. Das Unmittelbare ist für sie etwa Wunderbares“, erzählt Ramona Lambrecht, Mitarbeiterin auf dem Spielplatz, von ihren Erfahrungen. Um „Rocco“ und die anderen Tiere auf dem Platz kümmern sich die Mitarbeiter vor Ort, vor allem viele Bewohner der Lobetalarbeit. So wie Bernd Schulz, der in der Einrichtung zuhause ist. Ihn verbindet ein besonderes Verhältnis zu dem Haflinger. Seit Jahren sorgt er für den Haflinger, führt er das Pferd beim Ponyreiten – die beiden sind gute Freunde geworden.

Auch wenn „Rocco“ weniger Einsätze bekommen wird, müssen die Kinder nicht auf das Reitvergnügen verzichten. „Es ist selbstverständlich, dass das Pony auf keinen Fall aufs Altengleis gestellt wird, sondern weiterhin in Bewegung bleibt. Es erhält allerdings tatkräftige Unterstützung. Seit kurzem sind zwei Andalusische Riesenesel auf dem Platz“, erklärt Weyel. Diese Rasse gilt laut Züchterin Brigitte Sehlz, als „Vollblut unter den Eseln“. Sie beschreibt sie als intelligent, liebenswürdig, menschenbezogen und freundlich, außerdem als arbeitsfreudig, aber vom Unterhalt her anspruchslos. Die Rasse ist vom Aussterben bedroht.

„Die beiden Esel auf dem Platz sind mit drei und vier Jahren quasi noch Kinder und werden jetzt allmählich auf ihre künftige Arbeit vorbereitet“, sagt Weyel. Es sei geplant, dass sie ab der nächsten Saison „Rocco“ als Reittier entlasten sollen. Auch der Einsatz vor der Kutsche sei für die beiden vorgesehen. „Rocco“ wird seinen beiden Nachfolgern bestimmt noch ein paar Tipps geben können.