Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Pferdestadt nimmt „Reiter“ aufs Korn
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Pferdestadt nimmt „Reiter“ aufs Korn
14:02 12.11.2010
Von Michael Ende
Stadt will Sondernutzungsgebühren raufschrauben Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

CELLE-ALTSTADT. Der Ruf als Pferdestadt wird in Celle gepflegt – doch die immer größer werdende Ansammlung von „Reitern“ in der Innenstadt ist der Verwaltung ein Dorn im Auge. Sie will die Aufstellung dieser Werbetafeln in den Altstadtgassen stärker besteuern – und somit steuern. Denn in manchen Straßen gibt es mehr Reiter als Passanten. „Wer versucht, geradeaus durch die Innenstadt zu gehen, dem stehen diese Reiter im Weg“, sagte Ordnungsamtsleiter Edgar Frick jetzt in der Sitzung des Ausschusses für Straßenbau und Verkehr: „Diesen Zustand wollen wir stärker reglementieren. Es sei geplant, für das Aufstellen von Webeträgern, für das derzeit lediglich eine 40 Euro teure Ausnahmegenehmigung fällig ist, in Zukunft zusätzlich noch eine Sondernutzungsgebühr von 80 Euro zu erheben. Frick: „Wenn es sich für die Gewerbetreibenden nicht rechnen sollte, können sie gerne darauf verzichten.“

Da die Tarifzonen der „uralten“ Gebührenordnung längst nicht mehr den durch aktuelle Gutachten ermittelten Lagen in der City entsprochen hätten, habe man sie auf den neuesten Stand gebracht, so Frick: „Geschäftsfleute, die in gewesenen Top-Lagen ansässig sind, hatten sich beschwert, über die Gebühr zu Kasse gebeten zu werden. Wir haben also Ideen und Vorschläge von Gewerbetreibenden aufgenommen und umgesetzt.“

Niemand werde willkürlich zur Kasse gebeten, betonte Frick. Für viele Geschäftsfleute gehörten die öffentlichen Straßen vor ihren Läden im wahrsten Sinne zum Geschäft: „Eine Sondernutzung bietet einen geschäftlichen Vorteil – besonders für die, die kleine Läden haben, denn unsere Gebühren sind im Vergleich mit den Mieten günstig. Das muss sich einfach rechnen – andernfalls würden nicht so viele darauf setzen.“

Die Einzelhändler in der Rundestraße und Am Markt, die in eine bescheidenere Lage herabgestuft werden, dürften sich auf zukünftig günstigere Gebühren freuen – anders ergeht es ihren Kollegen, die jetzt in den neuen Top-Lagen wie etwa der Poststraße ansässig sind: Auf sie kommen Gebührenerhöhungen von bis zu 33 Prozent zu. Im Gastronomiebereich sind Erhöhungen von bis zu 58 Prozent geplant.

Die Neueinteilung der Zonen sei wie die Reiter-Besteuerung kein Problem, aber mit den teilweise „heftigen“ Gebührenerhöhungen tue sich die CDU schwer, meinte Joachim Ehlers (CDU): „Wir sehen das sehr kritisch – und das in einer Zeit, in der sich der Einzelhandel neu aufstellen muss.“ Die CDU wolle darüber noch beraten. Die Angelegenheit wurde in den Finanzausschuss überwiesen.

Mit einer drastischen Gebührenerhöhung will die Stadt die Zahl der „Werbereiter“ in der Alstadt begrenzen. Auch Geschäftsleute, die die Straße als Verkaufsfläche nutzen, sollen stärker zur Kasse gebeten werden. Fotos: Müller