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Celle Stadt Piet Klocke in Bestform in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Piet Klocke in Bestform in Celle
18:45 22.04.2016
Von Jürgen Poestges
Celle Stadt

Delmenhorst, Celle, Hannover: Piet Klocke ist auf Nord-Tour. „Aber nur die drei Tage, danach muss ich wieder nach Hause, feucht durchwischen“, erzählte der Comedian aus dem Ruhrgebiet vor seiner Lesung in der Buchhandlung Decius am Donnerstag. 150 Fans des langen Schlacks mit dem wirren roten Haarkranz waren gekommen, um Geschichten aus dem neuen Buch „Kühe grasen nicht, sie sprechen mit der Erde“ zu hören.

Und sie wurden nicht enttäuscht. Klocke zeigte sich in Celle in Hochform. „Wenn ich Schluss machen soll, sagen Sie Bescheid. Oder werfen Sie mit Büchern, kann man ja auch machen“, bemerkte er in Richtung Decius-Filalleiterin.

Im ersten Teil der Lesung ging es allerdings um ein anderes Buch Klockes: „Kann ich hier mal eine Sache zu Ende!?“ Er wolle die Besucher erst einmal langsam auf das vorbereiten, was sie in dem neuen Buch erwarte. Und so zog er scheinbar wahllos durch die Seiten des Werkes, schien häufig selbst überrascht zu sein, was er so für Dinge geschrieben hat. „Wenn es Ihnen nicht gefällt, dann streichen Sie es einfach durch“, erklärte er.

Dann zog er eine knappe Stunde lang durch Sinn und Unsinn seines neuen Buches. „Das Einwohnermeldeamt hasst es, wenn ein Känguru ohne Antragstellung und für unbestimmte Zeit in seinem eigenen Beutel verschwindet“, oder „Ein Tierarzt hat neben seiner Praxis einen Patientenparkplatz eingerichtet“. Das ein oder andere Mal kommentierte er auch Schlagzeilen aus Zeitungen. „Banken brauchen frisches Kapital“ ergänzt er mit „Sonst noch jemand?“ oder „Rewe und Penny rufen Schokolade und Apfel-Dessert zurück ... ständig besetzt“.

Tipps zum Lesen des Buches gab es auch. Da auch Bildergeschichten darin sind, wurde das Buch auf leicht reflektierendem Papier gedruckt. Klocke: „Da ist es bei bestimmtem Licht nicht einfach zu lesen. Am besten, Sie lesen das Buch im Dunkeln.“

Auf Zurufe aus dem Auditorium reagiert er immer sofort. Nur leider trauen sich die wenigsten, bei einer Nachfrage seinerseits noch einmal zu antworten. Und in eine Pause hinein, wenn Klocke blättert, schaut er schon einmal hoch und meint: „So ein wenig Stille ist auch schön.“ Zwischendurch kamen Wahrheiten wie „Überschaubare Intelligenz verhindert größere Verzweiflung“.

Schließlich streifte er auch die wunderbare Welt des Autofahrens. „Früher habe ich mich ja immer aufgeregt, heute sehe ich das locker“, erklärte er. „Ich habe den Eindruck, manchmal geht der Fahrer eines Autos vorne in der Schlange einer Linksabbiegespur in sich, lehnt sich entspannt zurück und fragt sich, welche Bedeutung für ihn persönlich die Farbe Grün hat, bevor er losfährt.“