Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Pilotstudie soll Erfolg blauer Wildreflektoren belegen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Pilotstudie soll Erfolg blauer Wildreflektoren belegen
16:59 12.04.2013
Können blaue Reflektoren - Wildunfälle verhindern? Das soll jetzt eine wissenschaftliche - Pilotstudie klären. Quelle: Peter Müller (Archiv)
Celle Stadt

Die Farbe Blau kommt in der Natur nicht vor und wird deshalb vom Wild besonders wahrgenommen. Zudem simuliert die Halbkreisform eine Bewegung beim Auftreffen des Lichtes. Die Tiere erschrecken sich und bleiben stehen.

Heinz Schümer vom Hegering Flotwedel ist sich sicher: „Diese Reflektoren sind die effektivste Methode, um Wildunfälle zu verhindern." Bisher wurden die 5,50 Euro teuren Reflektoren im Landkreis Celle von den Jägern und Sponsoren finanziert. Darüber ist Schümer verärgert: „Es kann nicht sein, dass wir Jäger für alle Autofahrer geradestehen müssen." Das Problem: Noch gibt es keine wissenschaftlichen Belege für die Effektivität der Reflektoren. Somt findet sich auch noch kein anderer, der die Kosten übernehmen will.

Eine Pilotstudie soll nun Klarheit bringen. In Auftrag gegeben wurde sie von der Celler SPD-Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann als Privatperson: „Schümer ist mit diesem Thema auf mich zugekommen. Auch ich bin vom Erfolg der Reflektoren überzeugt. Jäger, Politiker, die Verwaltung und die Autoversicherer sollten alle ein Interesse daran haben, die Anzahl der Unfälle zu reduzieren", so Lühmann. Betreuen wird die Studie Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Bis Mai sollen die Daten aller Unfälle im Landkreis Celle vorliegen. Diese werden dann von Brockmann analysiert und miteinander verglichen.

Ein Erfolg ist absehbar. Das geht aus der Statistik hervor, die Jäger Schümer geführt hat. So hängen seit Mai 2012 blaue Reflektoren an der B 214 zwischen Eicklingen und Bröckel. „In den vergangenen Jahren hatten wir hier 15 Unfälle im Jahr. Seitdem die Reflektoren hängen, ist nicht ein Unfall passiert", sagt Schümer. Ähnlich sieht es auf der K 24 zwischen Hassel und Sülze aus. Seit April 2011 hängen hier Reflektoren. Von 2007 bis 2011 kam es hier laut Schümer zu durchschnittlich zehn Unfällen im Jahr. Seitdem die Reflektoren da sind, hat es in zwei Jahren nur zwei Mal gekracht.

Von David Sarkar