Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Ping-Pong-Spiel mit Ukulele
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ping-Pong-Spiel mit Ukulele
17:37 03.04.2013
Holger Edmaier mit seiner Ukulele: Der Kölner Künstler begeisterte bei seinem Auftritt in Kunst & Bühne. Quelle: Peter Bierschwale
Celle Stadt

Holger Edmaier fand dank seiner raumfüllenden Bühnenpräsenz ziemlich schnell einen erheiternden Zugang zum Publikum, als er bei seinem ersten Lied davon sang, dass die „Sch… von heute die gute, alte Zeit von morgen“ sei. Dann steigerte er sich in einen fulminanten Läster-Rausch, als er berichtete, am Nachmittag zwei Nordic Walker mit Schutzhelmen gesehen zu haben. „Wie wenig Vertrauen haben die eigentlich?“, fragte Edmaier. Helme habe es früher doch nur für Motorradfahrer gegeben. „Wir hatten keine Schützer“, meinte Edmaier: „Wir hatten Jod! Wir haben uns unsere Narben noch selbst beigebracht. Und die zeugen von einem Leben wie Pippi Langstrumpf!“ Da suhlte sich das Publikum in gelöster Heiterkeit.

Ob sich denn die Eltern früher weniger Sorgen um ihre Kinder gemacht hätten, wenn sie beim Angehen der Straßenlaternen nicht Zuhause gewesen seien, fragte er ins Publikum. „Welche Straßenlaterne?“, fragte spontan eine Stimme aus dem Publikum zurück. „Siehst du, da bin ich auch aufgewachsen“, berichtete Edmaier schmunzelnd. Und so gestaltete sich der Abend streckenweise als munteres Ping-Pong-Spiel zwischen dem Kabarettisten und dem aufmerksamen Publikum.

Edmaier sang viele Lieder im Halb-Playback, bot also Live-Gesang zu Konserven-Musik. Er machte das professionell, und es klang gut. Aber diese Form der Darbietung hatte dennoch eine leicht sterile Ausstrahlung. Er bot nicht nur Satire, hier und da hatte sein Programm recht romantische Phasen, wenn er über die Fantasie der Kinder sang, die den Erwachsenen verloren gehe, oder vom Erwachsenwerden der Kinder, die ihre Eltern nicht mehr brauchen. Doch dann zog er wieder vieles durch den Kakao, so die Quizfragen, die im Fernsehen dem Publikum gestellt würden. Die seien häufig so gestrickt: „Welcher Fluss fließt durch Köln, a) Rhein oder b) Raus?“ Dank der verschiedenen Ebenen und Inhalte war Edmaiers Programm recht kurzweilig und das Publikum fühlte sich gut unterhalten.

Von Peter Bierschwale