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Celle Stadt Pistorius hält Wort: Celle bekommt 21 neue Polizisten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Pistorius hält Wort: Celle bekommt 21 neue Polizisten
15:37 25.08.2017
Von Michael Ende
Celles Polizisten warten auf Verstärkung. Zugesagt wurde ihnen jetzt die Beibehaltung des Ist-Zustandes. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Pistorius hatte Mitte Juli auf Klagen von Celler Polizeibeamten, denen zufolge sie völlig überlastet und unterbesetzt seien, reagiert und angekündigt, die für dieses Jahr geplante Reduzierung der Celler Polizei auf nur noch etwas über 250 Stellen „einzufrieren“. Rund 20 Stellen, die 2017 noch entfallen sollten, sollten vorerst nicht gestrichen werden, so Pistorius. Seit Freitag ist klar: Zum 1. Oktober sollen 21 Beamte nach Celle kommen. Ein kleiner Erfolg für die Celler Polizei. Ein zu kleiner Erfolg, wie Kritiker meinen.

"Die Sollstärke von 278 Stellen für Polizeibeamte wird gehalten, sämtliche Kürzungspläne sind vom Tisch“, berichtet der Celler SPD-Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt, der sagt, dass so die Polizeiinspektion Celle "gestärkt" werde. „Konkret ist in Hannover veranlasst worden, dass die Polizeidirektion Lüneburg sicherstellt, dass für den Landkreis Celle die Sollstärke beibehalten und die Celler Polizei auch tatsächlich mit neuen Kräften ausgestattet wird. Hierfür werden aus anderen Behörden und von der Bereitschaftspolizei Kräfte zugeteilt“, so Schmidt. Dies werde dazu führen, dass "über 20" neue Beamte die Polizei im Landkreis Celle verstärken sollten.

Unter "Minimalausstattung": „Die Polizeiinspektion Celle wird auf gleichem Stand gehalten. Die Versetzungen sind ein erster Schritt, aber keine nachhaltige Zukunftsperspektive", so der Celler CDU-Landtagsabgeordnete und Polizeipolitische Sprecher seiner Fraktion, Thomas Adasch. Durch 21 neue Beamte für Celle werde der Personalstand vom 1. Oktober 2016 von 278 Vollzeiteinheiten gehalten. Adasch betont, dass die personelle Minimalausstattung eigentlich bei mindestens 300 Vollzeiteinheiten liegen sollte: „Unser gemeinsames Ziel muss weiter eine personelle Aufstockung der Polizeiinspektion Celle bleiben. Nur so ist eine nachhaltige Polizeipräsenz – auch zur Nachtzeit – in einem Flächenlandkreis zu erreichen.“

Adasch habe Recht, so Celles Landrat Klaus Wiswe (CDU): "Für mich ärgerlich ist das Verhalten des Polizeipräsidenten, der gegen das Votum aller Fachleute einen Personalmehrbedarf abstreitet, statt sich für die nötige Stellenverbesserung in seiner Polizeidirektion – nicht nur in der Polizeiinspektion Celle – einzusetzen."

Während Celles Polizeichef Eckart Pfeiffer auf CZ-Nachfrage keine Stellungnahme zur Personalsituation bei der Polizei mit ihrem derzeitigen Krankenstand von über zehn Prozent abgeben möchte, antwortet der Celler Guido Jenke vom Bund deutscher Kriminalbeamter mit einem Zitat von Martin Süskind: "Politik braucht Inspiration, eines aber ist gefährlich: tagespolitische Mängelverwaltung, die sich den Tarnanstrich des Zukunftsträchtigen gibt, aber in Wahrheit jede Vision von der Zukunft vermissen lässt."

"Keine Einigung": Um die bundesweit vernehmbaren Proteste der Celler Polizisten zu beruhigen, sei rechtzeitig vor den Wahlen ein Personal-Status-Quo zugesagt worden, so Jenke: "Als gewählter Personalrat erhielt ich, insbesondere während und nach der CZ-Artikelserie, zahlreiche Anrufe, sowie Schreiben über die untragbare Belastungssituation der Kollegen in Celle. Selbst aus der Rehabilitation erreichten mich Anrufe, welche den eigenen Burnout aufgrund dienstlicher Überlastung bestätigten." Jenkes Bilanz ist nicht positiv: "Es gibt keine Einigung über den grundsätzlichen Personalbedarf der Polizei Celle. Es gab und gibt keine Diskussion über eine dauerhafte Entlastung der ausgebrannten Polizisten in Celle. Es gibt keine Antwort auf die Frage einer vergreisenden Celler Kripo."

"Nachsteuern erforderlich": Maximilian Schmidt will weiter am Ball bleiben: „Fakt ist, dass nach wie vor die Frage der Personalverteilung im Bereich der gesamten Polizeidirektion Lüneburg geklärt werden muss. Hier ist ein Nachsteuern erforderlich. Wir brauchen objektive und nachvollziehbare Kriterien, die im Einvernehmen mit allen Polizeiinspektionen im Direktionsgebiet vereinbart werden. Hieran muss weiter gearbeitet werden.“