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Celle Stadt Plattdeutsch in der Kirche kommt gut an
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Plattdeutsch in der Kirche kommt gut an
18:20 09.01.2014
Von Carsten Richter
Anita Christians-Albrecht ist Pastorin in Bröckel – und kümmert sich außerdem mit viel Herzblut um den Erhalt der plattdeutschen Sprache in der Kirche. Mit Erfolg: Gottesdienste op Platt kommen bei den Menschen gut an. Quelle: Alex Sorokin
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Für plattdeutsche Andachten reist die Pastorin quer durch das Gebiet der Landeskirche. Organisiert werden die Gottesdienste von der Arbeitsgemeinschaft "Plattdüütsch in de Kark". Christians-Albrecht ist die ehrenamtliche Geschäftsführerin, die Leitung der Gottesdienste teilen die landesweit rund 300 Mitglieder untereinander auf. Die AG – überwiegend bestehend aus Pastoren und Lektoren – kämpft für den Erhalt der plattdeutschen Mundart, die vom Aussterben bedroht ist. Erst in letzter Zeit werde Platt wieder als positives Kulturgut verstanden.

Mit den Andachten haben die Organisatoren scheinbar das Interesse der Menschen geweckt. "Die Kirchen sind sonst nur an Weihnachten so voll", sagt Christians-Albrecht. Gut kommt auch die Kinderbibel an, die die AG 2013 in zweiter Auflage herausgegeben hat – sie ist bereits vergriffen. "Wir haben vorher sorgfältig geprüft, ob sie auch überall lesbar ist", so Christians-Albrecht. Jede Region hat ihren eigenen Wortschatz, der nicht überall verstanden wird. Kinder- und Familienarbeit wird in der AG generell groß geschrieben: Vom 18. bis 23. August lädt sie zur plattdeutschen Familienfreizeit nach Spiekeroog ein – Anmeldungen sind noch möglich.

"Plattdüütsch in de Kark" kümmert sich auch um Gottesdienste im Radio. Die rund 70 Autoren halten auf NDR 1 montags bis freitags gegen 14.15 Uhr eine plattdeutsche Andacht. Aus dem Kreis Celle gehören dem Team neben Christians-Albrecht drei weitere Autoren an. Neu mit dabei ist Mirco Kühne aus Winsen. Seit 2011 ist er Pastor der evangelischen Kirchengemeinde. "Es ist gut, wenn die Kirche die Sprache der Menschen spricht." Mit seinem Radioauftritt möchte Kühne die Region Celle verstärkt repräsentieren. Zweimal im Jahr und nach besonderer Vereinbarung hält er auch eine plattdeutsche Andacht in seiner Gemeinde. Aus Gesprächen weiß er: "Es besteht der Wunsch nach mehr Platt in der Kirche." (car)