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Celle Stadt Plattdüütscher „Grand Prix“ in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Plattdüütscher „Grand Prix“ in Celle
17:51 25.10.2017
Quelle: Fremdfotos/eingesandt
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Bis zum 15. September konnten sich sowohl Bands als auch Solointerpreten online mit ihren Demos um einen Startplatz bewerben. Diese Chance nutze auch die 24-Jährige Cellerin Angelika Franzki – und das mit Erfolg. Sie hat es ins Finale geschafft. Unter dem Künstlernamen „Kompianist“, eine Verbindung der Worte Komponist und Pianist, spielt die junge Musikerin schon länger vor größerem Publikum. Und das auch auf Plattdeutsch. Damit ist sie wohl eine Rarität unter den Musikern in ihrem Alter. Schon früh, als kleines Mädchen, kam sie mit dem Plattdeutschen in Berührung. Ihre Großeltern, aber vor allen auch ihre Mutter sprechen Zuhause grundsätzlich Platt. "Da gewöhnt man sich ziemlich schnell daran“, sagt die Künstlerin.

Zur Musik kam sie wie viele andere auch: über den Klavierunterricht. Dabei machte sich in frühen Jahren bereits eine hohe Musikaffinität und ein großes Talent bemerkbar. Gefördert von ihren Eltern nahm Franzki mit gerade einmal acht Jahren erfolgreich an Wettbewerben wie „Jugend musiziert“ auf Regional- und Landesebene teil. „Für die Teilnahme auf Bundesebene war ich damals noch zu jung, aber ich erhielt viel Zuspruch.“ Das motivierte, und schon bald fing sie an, anfangs nur am Klavier, eigene Stücke zu komponieren. Damals allerdings noch ohne Gesang. Mit 19 Jahren erst begann Franzki, auf der Bühne auch zu singen.

Dies nutzt das Nachwuchstalent gerne für den Erhalt der plattdeutschen Sprache, denn die liegt ihr sehr am Herzen. Ihr Beitrag „Man tau!“ ist eine Eigenkomposition. Geschrieben hat Franzki das Lied für ihre Mutter und das bereits vor drei Jahren. Auch wenn Zeilen wie „Du sechst, Dick fehlt de Luft taun otmen“, was soviel heißt wie „Du sagst, dir fehlt die Luft zum atmen“, erst einen eher depressiven oder zumindest melancholischen Eindruck erwecken – die Intention ist eine ganz andere. „Jeder hat mal eine Phase, in der er sich nicht verstanden fühlt. Das Lied sollte meiner Mama als Kraftspender und Motivation dienen“, verrät die Komponistin. Es war das erste ihrer Lieder, das sie in der plattdeutschen Sprache geschrieben hat.

Den Beruf der Logopädin hat die gelernte Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin mittlerweile an den Nagel gehängt – der Musik zur Liebe. Unter ihrer Marke „Kompianist“ macht sie sich gerade als Klavierlehrerin selbstständig, gestaltet musikalische Lesungen und komponiert auch für andere. Erwartungen an ihren Auftritt am Samstag hat sie keine: „Ich freue mich einfach vor vielen Menschen spielen zu dürfen.“

Von Erik Habermann