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Celle Stadt Podiumsdiskussion in Celle: Wird Gedenkstätte Bergen-Belsen noch benötigt?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Podiumsdiskussion in Celle: Wird Gedenkstätte Bergen-Belsen noch benötigt?
18:05 20.11.2017
Von Christopher Menge
In einer Podiumsdiskussion geht es heute darum, welche Aufgabe die Gedenkstätte Bergen-Belsen heutzutage hat. Quelle: Christopher Menge
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Es besteht Konsens darüber, dass die Gedenkstätten an den Orten von NS-Verbrechen vor neuen Herausforderungen stehen und sich verändern müssen. Sie verstehen sich zunehmend als zeithistorische Museen. Doch sind sie das tatsächlich, und wenn ja: Werden sie musealen Standards des Bewahrens, Forschens und Vermittelns gerecht? Oder haben Gedenkstätten nicht doch ein ganz anderes Aufgabenprofil? Was unterscheidet Gedenkstätten von der Vielzahl historischer Museen? Und welche Rolle spielen die historischen Orte und die Relikte für das historische Lernen? Welche Aspekte des Nationalsozialismus lassen sich in Gedenkstätten besser vermitteln als in Museen? Diese Fragen sollen in einer Podiumsdiskussion beleuchtet werden.

Anlass für die Podiumsdiskussion ist die Einweihung der Gedenkstätte Bergen-Belsen am 30. November 1952 durch den damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss. Nach mehreren Phasen der Umgestaltung informiert seit der Eröffnung des neuerrichteten Dokumentationszentrums im Oktober 2007 eine Dauerausstellung umfassend über das Kriegsgefangenenlager, das Konzentrationslager und das DP-Camp Bergen-Belsen.

Die Podiumsdiskussion ist Teil der Tagung "Lernen mit Sachquellen in Gedenkstätten und Museen", die seit gestern in Celle veranstaltet wird. Diese führt Gedenkstättenmitarbeitende mit Experten aus dem Bereich der Museumskunde und -pädagogik, der Geschichtswissenschaft, der Archäologie und der Kognitionswissenschaft zusammen. Ganz bewusst sollen dabei die beiden Sphären der Gedenkstätten und der (historischen) Museen zusammengeführt werden – insbesondere vor dem Hintergrund, dass beide Bereiche zumeist wenig miteinander in Dialog treten und das Potenzial der Möglichkeiten, von den jeweiligen Erfahrungen zu profitieren, noch längst nicht ausgeschöpft ist.