Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Politik ärgert sich über CeBus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Politik ärgert sich über CeBus
16:57 01.12.2011
Celle Stadt

„Wenn Sie den Tanz haben wollen, dann machen wir den Tanz“, mit deutlichen Worten ließ Torsten Harms (CDU) in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Verkehr und Tourismus am Mittwoch seinem Ärger freien Lauf. Grund seiner Verärgerung: Die Geschäftsführung des Celler Nahverkehrsunternehmens CeBus hatte nicht nur aus seiner Sicht einmal mehr unzureichende Daten vorgelegt, um die im Jahr 2012 aus Kostengründen notwendigen Einschränkungen im Busverkehr darzustellen.

Was den Ärger des Ausschussvorsitzenden zum Überkochen gebracht hatte, war die Feststellung von CeBus-Geschäftsführer Stefan Koschick, dass die frühe Beteiligung der Aufgabenträger in anderen Landkreisen nicht üblich sei. Dortige Verkehrsunternehmen würden Änderungen bei der Landesnahverkehrsgesellschaft beantragen, die dann erst im Zuge des Genehmigungsverfahrens eine Stellungnahme der Landkreise einhole.

Es habe eine Zeit gegeben, in der wohl jedes Kreistagsmitglied für die CeBus durchs Feuer gegangen wäre, heute sei bei vielen die Bereitschaft vorhanden, die Leistungen des öffentlichen Personennahverkehrs im Landkreis Celle auszuschreiben, sagte Harms. Koschick und sein Co-Geschäftsführer Jan Behrendt beeilten sich klarzustellen, dass sie ein derartiges Vorgehen nicht anstrebten, sondern ein partnerschaftliches Verhältnis wünschten.

Koschick hatte zu Beginn seines Vortrags die Kommunikation mit dem Landkreis ausgezeichnet genannt. Das widerlegte Erster Kreisrat Mathias Krüger mit der Feststellung: „Sie haben doch keine Zahlen geliefert“ und konterte damit eine Aussage von Behrendt: Der Landkreis habe im vom Kreistag beschlossenen Nahverkehrsplan für 2012 ein Defizit von 850.000 Euro festgestellt, aber nicht reingeschrieben, wo das Geld herkommen solle.

Eigentlich wollten die CeBus-Geschäftsführer mit den Verkehrsplanern Oliver Blau und Bernd Dieter Schlange darlegen, auf welchen Strecken ab April 2012 Änderungen geplant sind, um die Ausgaben zu verringern. „Im Grunde geht es darum, dass Fahrleistung gestrichen wird“, sagte Maximilian Schmidt. Die Kernfrage sei, wie sich das mit dem Nahverkehrsplan vereinbaren lasse. Das habe die Kreisverwaltung gut herausgearbeitet. Auch er monierte in Richtung CeBus, dass man nicht mit einem Partner zusammenarbeiten könne, wenn die Transparenz fehle. Dass es im öffentlichen Personennahverkehr einen Kostendruck gebe, bestreite niemand.

Die Verwaltung hatte in ihrer Vorlage festgestellt, dass CeBus bisher keine konkreten Fahrplan-Entwürfe vorgelegt habe, Fahrgastzählungen und weitere begründende Unterlagen fehlten. Der Ausschuss gab dem Unternehmen auf, in einem Papier die geplanten Änderungen dem jetzigen Zustand gegenüberzustellen, damit die Kreistagsmitglieder dann vergleichen könnten. „In der nächsten Sitzung wollen wir dann einen Haken hinter machen“, sagte Harms.

Von Joachim Gries