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Celle Stadt "Politik kleiner Schritte wichtiger denn je"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Politik kleiner Schritte wichtiger denn je"
22:05 28.11.2018
Doris Schröder-Köpf Quelle: Holger Hollemann
Celle

In ihrer Funktion als Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe berichtete die SPD-Landtagsabgeordnete Doris Schröder-Köpf auf Einladung von Deutsch-Russischer Gesellschaft und Deutscher Management Akademie Niedersachsen (DMAN) über ihre persönlichen Erfahrungen bei der Integration der Russlanddeutschen in Niedersachsen und über die aktuellen deutsch-russischen Beziehungen.

Nach der Begrüßung durch DMAN-Vize Frank Neumann, übernahm die Vorsitzende der Deutsch-Russischen Gesellschaft, Evgenia Panteleeva-Stammen, die Moderation des Abends. Sie begrüßte den russischen General-Konsul Andrej Scharaschkin und seinen Stellvertreter Michael Marin.

Gefährliches Geschehen vor der Krim

Schröder-Köpf stieg direkt ins Thema ein – und bedauerte zunächst die aktuelle Entwicklung zwischen Russland und der Ukraine. „Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, die deutsch-russischen Verbindungen aufrecht zu erhalten und Gespräche zu führen. Wir müssen der Entfremdung entgegenwirken. Hier leistet die Deutsch-Russische Gesellschaft einen großen Beitrag, um gegenseitiges Vertrauen zu schaffen, zu vertiefen und eine erfolgreiche Integration zu fördern.“

Die Menschen aus Russland hätten eine Integrations-Erfolggeschichte geschrieben. In Deutschland gibt es heute 2,4 Millionen russische Aussiedler, davon 400.000 in Niedersachsen. Das ist die größte Zuwanderungsgruppe – „und das mit einer beispielhaften Integration“, so die Landesbeauftragte.

"Mehr Mauern als Brücken"

Schröder-Köpf sieht allerdings auch, dass die deutsch-russischen Beziehungen schon einmal wesentlich besser waren. „Momentan werden wieder mehr Mauern als Brücken gebaut“, lenkte sie den Blick über den Atlantik in die USA und bedauerte die derzeitige politische Entwicklung dort. Schröder-Köpf schloss ihren Vortrag mit einem Zitat von Egon Bahr, dem damaligen Architekten der Ostpolitik von Ex-Kanzler Willy Brandt: „Man muss die Welt so nehmen, wie sie ist. Aber man muss sie nicht so lassen!“ In unserer Zeit der Spannungen ist „die Politik der kleinen Schritte“ genau das Richtige, so Schröder-Köpf.

Jugendaustausch weiter fördern

Nach dem Vortrag der Landesbeauftragten hatten die zahlreichen Besucher Gelegenheit, Fragen zu stellen. Ein Zuhörer wollte wissen, ob es Rückwanderer gibt – und falls ja, warum. „Es gibt sie. Der Grund ist einfach ,zurück nach Hause‘“, berichtete Evgenia Panteleeva-Stammen von ihren Erfahrungen. Ein anderer Zuhörer bedauerte, dass es zur Zeit an „Brückenbauern“ fehlt und stellte fest, dass die Beziehungen zu Russland in der Regierungszeit von Angela Merkel gelitten haben. Ein weiteres Thema war die Frage nach Möglichkeiten, den Jugendaustausch mit Russland zu verbessern. Bürgermeisterin Iris Fiss betonte, dass die Stadt Celle auch weiterhin den Austausch fördern wird.

Über Visa-Erleichterungen, weltweite Terror-Bekämpfung, Sicherheitspolitik, Nato-Ausdehnung nach Osten und öffentliche Meinungsbildung gab der Generalkonsul, der für diesen Abend aus Hamburg anreiste, ausführlich Antworten: „Oft fehlt den Staaten der Mut zur Offenheit und Objektivität – und die Berichterstattung über die russische Politik ist nicht immer die ganze Wahrheit“, bedauerte Andrej Scharaschkin. Aber er baut auf eine bessere Entwicklung der Beziehungen zu Deutschland und Europa. Und auf eine gute Beziehung zwischen Deutschland und Russland sei Europa letztendlich auch angewiesen, ist er überzeugt.

Von Günther Borchers

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