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Celle Stadt Polnischer Knabenchor aus Limanowa in Celler St.-Ludwig-Kirche
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Polnischer Knabenchor aus Limanowa in Celler St.-Ludwig-Kirche
13:03 29.11.2010
Die jungen Sänger aus Limanowa füllten mit ihrem Auftritt die Reihen in der Ludwig-Kirche. Quelle: Peter Müller
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Der Knabenchor aus Limanowa, einer Kleinstadt südöstlich von Krakau, war als Gast der Samtgemeinde Wathlingen angekündigt für ein Konzert in Celles katholischer Kirche St. Ludwig. Das versprach ein besonders stimmungsvolles Chorkonzert zu geben, weiß man doch, dass es gerade in den osteuropäischen Ländern große Chortraditionen und enorm viele unverdorbene Stimmen gibt. So waren die Erwartungen nicht ganz klein, wenngleich die voll besuchte Kirche sicher weniger dem Ruf des Chores zu verdanken war als der Tatsache, dass der Deutsch-Polnische Kulturkreis Celle und möglicherweise die Gasteltern der Sänger als Hauptinteressenten für dieses Konzert einen Großteil der Besucher ausgemacht haben dürften. Diese wurden auch sicher alle nicht enttäuscht von einem Abend, der in gelungener Form klingende Völkerverständigung darstellte. Es war schon sehr reizvoll zu hören, wie polnische Kirchenmusik zum Advent klingt und vor allem auch wie sich polnische Weihnachtslieder von deutschen Weihnachtsliedern unterscheiden. Und als zum Abschluss des Konzerts „Stille Nacht“ zunächst in Polnisch und dann auf Deutsch erklang, so hatte das zweifelsfrei etwas Erhebendes.

Wer allerdings wegen der vermuteten musikalischen Qualität des Chores in die Kirche gekommen war, der wurde ein wenig enttäuscht, präsentierte sich der Chor doch in einer Verfassung, die annehmen lässt, dass er gerade im personellen Umbruch steckt. So klangschön und homogen sich dieser Chor auch präsentierte, so unsicher war seine Intonation. Und speziell im ersten Teil des Konzertes ging auch einiges schief. Da wirkte der Chor ein wenig so als hätte er nicht ausreichend Zeit gehabt sich einzusingen oder auf das Konzert vorzubereiten. Vielleicht aber verlangte Chorleiterin Halina Dyczek ihren unbestreitbar begabten jungen Sängern einfach zu viel ab. Oder der Chor war übermüdet von der langen Fahrt. Dies zumindest konnte man vermuten, weil der Moderator des Konzerts davon sprach, dass der Chor extra für dieses Konzert, das würde also bedeuten für siebzig Minuten Singen, in einfacher Richtung 900 Kilometer mit dem Bus gefahren sei. Ob da Aufwand und Ergebnis in einem angemessenen Verhältnis standen?

Von Reinald Hanke