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Celle Stadt Positive Akzeptanz der Residenzhalle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Positive Akzeptanz der Residenzhalle
15:55 18.11.2010
Leere Residenzhalle Quelle: Archiv CZ
Celle Stadt

Keine Frage: Das Duo Intendantin Bettina Wilts und Geschäftsführer Stephan Bruhn ist relaxt. Die Tatsache, dass das Saisoneröffnungsstück des Schlosstheaters, Moritz Rinkes eher leichtgewichtige Bearbeitung des „Nibelungen“-Stoffes, in der Übergangsspielstätte Residenzhalle auf dem CD-Kasernengelände eine für Celler Verhältnisse eher schwache Auslastung aufwies, löst weder bei Intendantin Bettina Wilts noch bei Geschäftsführer Stephan Bruhn hektische Aktivitäten aus.

So normal es ist, dass ein einzelnes Stück in der Spielzeit mal nicht so gut läuft, so bedauerlich finden sie, dass das gerade beim ersten Stück der Spielzeit passiert ist. Zudem bei einem Stück über einen bekannten Stoff. Es scheint also weniger am Stück als an anderen Umständen zu liegen.

„Zunächst lief es mit der Auslastung wirklich nicht besonders gut, aber inzwischen hat sich das schon wieder stabilisiert. „Ladies Night“, übrigens die zweite Wiederaufnahme, lief anfangs nicht so wie gedacht, zum Ende hin waren die Aufführungen dann aber wieder sehr gut besucht. Und außerdem: Man muss immer die Auslastung auf das gesamte Jahr hin im Auge haben. Quotenbetrachtungen nach zwei Stücken sind da sehr problematisch. Auch im Schloss hat es stückbezogene Schwankungen gegeben, erläutert Geschäftsführer Stephan Bruhn

Die Vermutung liegt nahe, dass der neue Spielort auf dem CD-Gelände gewisse grundsätzliche Akzeptanzprobleme hat. Diese wird man in Zukunft zu überwinden suchen. Die Tatsache, dass die CD-Kaserne dank der umfangreichen Aktivitäten von Kai Thomsen mit Team inzwischen den jüngeren Menschen weit und breit als „Das“ Jugendzentrum bekannt ist, sollte kein Hinderungsgrund sein dafür, dass bald die Gesamtanlage mit Jugendkulturzentrum, Kino Achteinhalb und Schlosstheater als „Das“ Kulturzentrum der Stadt in aller Munde sein könnte.

Und an den wenigen kleinen Unannehmlichkeiten, die das Publikum des Schlosstheaters am neuen Spielort zur Zeit in Kauf nehmen muss, arbeitet man intensiv. So wird gerade nach einer Verbesserung der Eingangssituation gesucht, die wenig oder gar kein Geld kostet. Was man da nämlich ausgeben würde, müsste man andernorts einsparen. Aber vielleicht findet sich ja ein Sponsor für eine zusätzliche Überdachung.

Schlosstheater-Intendantin Bettina Wilts im Interview:

Wie schätzen sie die Akzeptanz der Residenzhalle bei den Abonnenten ein?

Uneingeschränkt gut. Wir sind froh, dass wir, gerade auch im Vergleich zu anderen Theatern, so enorm viele Abonnenten haben. Diese sind uns mit einer auffälligen Treue in die Residenzhalle gefolgt. Und haben dort auch Vorteile gegenüber dem Schlosstheater ausgemacht: Mehr Beinfreiheit, höherwertige Bewirtung zu günstigen Preisen, Parkplätze direkt vor der Tür.

Also alles rosarot?

Nein, natürlich gab es auch Kritik. Dafür sind wir geradezu dankbar und wir sind dabei, auf all das was uns da an konstruktiven Anregungen übermittelt wurde, einzugehen. Nicht die Abonnenten sind das Problem. Wir müssen uns auf die Auslastung im freien Verkauf konzentrieren. Hier sollte es uns gelingen, neues Publikum anzusprechen. Wir sind da ganz optimistisch.

Sind spezielle Aktionen geplant?

Wir werden zielgruppenspezifische Werbung intensivieren. Wir wollen auch noch stärker in der Stadt präsent sein, indem wir beispielsweise einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt unterhalten. Aber ich muss auch einfach im Interesse meiner Mitarbeiter vorsichtig sein, diese noch mehr zu fordern. Bei uns arbeiten alle schon seit Monaten absolut am Limit.

Und noch etwas: Warum sieht eigentlich in Celle kaum jemand, welch ungewöhnlich positive Sache es ist, dass hier ein Theater von Grund auf saniert wird, um es danach weiter in gewohnter Weise bespielen zu können. In anderen Städten, schauen wir doch nur einmal in den Westen der Republik, geht es um Theaterschließungen. Wir hingegen erhalten in knapp zwei Jahren unser Theater in einem frisch hergerichteten Zustand zurück. Welch ein Glück für diese Stadt. Und ihre Kulturfreunde.

Von Reinald Hanke