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Celle Stadt Positives Zeichen für Celler Karstadt-Haus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Positives Zeichen für Celler Karstadt-Haus
17:27 22.05.2015
Von Gunther Meinrenken
Wechsel in der Filialleitung von Karstadt Dagmar Kolloch und Hans-Werner Schmittmann Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Umstrukturierungen, Sparkurs, drohende Filialschließungen. Der Karstadt-Konzern hat in den vergangenen Monaten nicht gerade für positive Schlagzeilen gesorgt. Auch in Celle macten sich die Mitarbeiter Sorgen um die Zukunft des Hauses. Jetzt gibt es ein positives Signal aus der Konzernzentrale in Essen. Das Unternehmen hat eine neue Geschäftsführerin für den langjährigen Filialleiter Hans-Werner Schmidtmann, der das Rentenalter erreicht hat, installiert. In der Celler Geschäftswelt wird dieser Schritt erfreut wahrgenommen. Falls der Konzern das Celler Kaufhaus hätte schließen wollen, hätte man auch Schmidtmann die Abwicklung überlassen können, so die vorherrschende Interpretation.

Schmidtmann hatte 1996 die Filialleitung übernommen. Trotz erreichten Ruhestandes bleibt er dem Karstadt-Konzern erst einmal erhalten. Der 65-Jährige nimmt Sonderaufgaben im norddeutschen Raum für die Kaufhauskette wahr.

In Schmidtmanns Zeit fällt unter anderem der große Umbau des Hauses in den Jahren 1998 und 1999. "Wir haben uns auf den Standort Celle gut eingestellt", meint Schmidtmann, der auch schwere Zeiten erlebte wie die Insolvenz des Konzerns, in deren Verlauf das Technik- und Sporthaus am Nordwall 2010 geschlossen wurde, 50 Mitarbeiter verloren ihren Job. "Das war nicht einfach, das ging mir nahe", erzählt Schmidtmann.

Mit dem langjährigen Karstadt-Geschäftsführer verlässt einer der maßgeblichen Akteure des Celler Einzelhandels die Bühne. Schon früh engagierte er sich im Schlosskreis, deren Vorsitzender er seit einigen Jahren ist. Bis Ende des Jahres macht Schmidtmann auf jeden Fall in dieser Funktion weiter, stellt er klar.

Schmidtmann war maßgeblich daran beteiligt, dass sich auch in der Celler Politik Widerstand gegen die geplanten Einkaufszentren von ECE und Gedo formierte und beide Projekte letztlich keine Mehrheit fanden. "Das hätte unsere Innenstadt zerstört", ist sich Schmidtmann, der in dieser Zeit einen großen Zusammenhalt in der Celler Kaufmannschaft spürte, sicher. Allerdings wurde der Karstadt-Chef auch Zeuge, wie die Neuorganisation der Celler Geschäftswelt in Form des City-Managements grandios scheiterte.

"Es wäre schön gewesen", so Schmidtmann, "wenn aus dem Widerstand gegen die Einkaufszentren ein nachhaltiger Zusammenschluss entstanden wäre." Heute beherrschen Themen wie die finanzielle Beteiligung an der Weihnachtsbeleuchtung oder verkaufsoffenen Sonntagen die Diskussionen. "Mein Ziel ist es für meine restliche Zeit im Schlosskreis, den einen oder anderen aufzuwecken", meint Schmidtmann.