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Celle Stadt Prächtige Kutschen und edle Rösser in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Prächtige Kutschen und edle Rösser in Celle
19:54 22.08.2010
Von Oliver Gatz
21 prächtige Pferde-Kutschen aus Belgien, England, den Niederlanden, Spanien und Deutschland haben am Wochenende Celles Stadtbild geschmückt. Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Ein prachtvoller Anblick vor dem Celler Schloss: Im Fünf-Minuten-Takt fahren die historischen Pferde-Gespanne vor, machen Halt und präsentieren sich den Wertungsrichtern. Diese begutachten die Pferde, das Geschirr, den Wagen sowie den Anzug des Fahrers und vergeben Punkte. Hunderte Zuschauer verfolgen das Geschehen, greifen zum Fotoapparat, um die auf Hochglanz polierten Gefährte und die darin sitzenden Herrschaften in ihren schmucken Kostümen abzulichten.

Bei bestem Wetter und sommerlichen Temperaturen bot das erste internationale Turnier für traditionelle Anspannung (CIAT) am Wochenende eine Reise in die Vergangenheit, als Pferdekutschen noch zum Alltag gehörten. 21 liebevoll restaurierte Kutschen – fast alle älter als 100 Jahre – schmückten die Celler Innenstadt, den Französischen Garten, das Landgestüt und andere Teile der Residenzstadt. Die Teilnehmer des Wettbewerbs kamen aus Belgien, England, den Niederlanden, Spanien und Deutschland. Am Sonnabend präsentierten sie vor der eindrucksvollen Kulisse des Barockschlosses prachtvolle Ein- und Zweispänner sowie Tandems. Gestern absolvierten die Gespanne eine 15 Kilometer lange Strecke mit fünf Gehorsamsprüfungen sowie eine Hindernisfahrt durch einen Kegelparcours auf dem Paradeplatz des Landgestüts.

„Der Schwerpunkt des Turniers liegt auf der Traditionspflege“, sagte Organisator Günzel Graf von der Schulenburg-Wolfsburg, der mit Unterstützung der Voltigier- und Reitgemeinschaft Westercelle, der Stadt und des Landgestüts das in Deutschland erste Turnier dieser Art auf die Beine gestellt hatte. Die Pflege des Kulturgutes und der Anblick schöner alter Wagen stehe für ihn im Vordergrund, fügte Graf von der Schulenburg-Wolfsburg hinzu. Fast ein Jahr war er mit den Planungen beschäftigt. Das Turnier war eingebettet in das Jubiläumsjahr des Landgestüts, das vor 275 Jahren gegründet wurde.

Beim Anblick eines Spider-Zweispänners aus dem Jahr 1850 oder eines Tandem-Phaetons von 1902 gerieten die Zuschauer ins Schwärmen – auch wenn nicht jeder ein Kutschen- oder Pferdekenner war. „Das ist einfach schön anzusehen“, sagte Rudolf Brückner (63) aus Hannover. „Mal sehen, was im Laufe der Tages noch kommt.“ Hedi Welzin aus Celle kam zum Schloss, um die Pferde zu fotografieren. „Ich finde die Veranstaltung toll“, schwärmte die 66-Jährige. Sie hätte allerdings mit noch mehr Zuschauern gerechnet. Schätzungen des Veranstalters zufolge sahen sich am Sonnabendnachmittag rund 2000 Besucher das Spektakel an.

Unter ihnen war auch der Leiter des Landgestüts, Axel Brockmann. „Zu sehen ist hier eine große Bandbreite an Pferderassen“, erläuterte er. „Was alle Pferde auszeichnet, ist der sehr gute Charakter und das Temperament.“ Die Tiere hätten zum Teil eine Anfahrt von fast 2000 Kilometern hinter sich und würden sich trotzdem diszipliniert und ruhig verhalten, lobte der Landstallmeister.