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Celle Stadt Praktische Chemie an der Celler Kinderuni
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Praktische Chemie an der Celler Kinderuni
14:04 26.05.2015
So erzeugt man eine Stichflamme: Professor Karl-Heinz Gericke brachte den jungen Studenten mit 14 Versuchen die Chemie näher. Quelle: Alex Sorokin
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Zuerst erzeugte der Professor eine Stichflamme, indem er ein weißes Pulver in eine Kerze warf. Dies sah aus wie ein Feuerwerk. Die Studenten schauten begeistert zu. Anschließend ließ der Dozent eine Salzgurke leuchten. Dies gelang ihm mithilfe von verschiedenen Lichtimpulsen, welche er in die Salzgurke schickte.

Gewagte Experimente beim Collegium Cellense

CELLE. Am vergangenen Dienstag startete die letzte Vorlesung des laufenden Semesters der Celler Kinder-Uni. Diesmal ging es um das Thema „Praktisches Experimentieren“. Professor Dr. Karl-Heinz Gericke vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Technischen Universität Braunschweig führte diverse Versuche zu den Themenbereichen Luft, Gas und Flüssigkeiten durch. Los ging es mit dem sogenannten Gurkenphänomen. „Warum können Salzgurken eigentlich leuchten“ lautete die Frage. Ganz einfach: In Salzgurken befindet sich das Salz Natrium, und dieser Stoff kann schwach leuchten, wenn Lichtimpulse durchgeschickt werden. Natrium findet man deswegen auch in Straßenlaternen.

Dann es ging es weiter mit dem nächsten spannenden Experiment: Eine Stichflamme wie der Zauberer Merlin erzeugen. Gericke führte auch dies vor, indem er einfaches Windelpulver in eine angezündete Kerze warf. Da staunten die jungen Studenten nicht schlecht: Was für eine gewaltige Stichflamme!

Danach kam es zu einem Versuch, den unsere jungen Studenten auch zu Hause leicht nachmachen können. Vorausgesetzt, sie haben einen mit Helium gefüllten Ballon parat. „Man nimmt den Ballon und knotet ihn so auf, dass das Helium noch nicht herausströmt. Dann setzt man den Ballon an den Mund und atmet das Gas ein. Aber Vorsicht, zu viel davon kann zu Atemnot führen!“ Und siehe da: Plötzlich sprach Gericke mit einer hohen Kinderstimme! Logisch, dass die Studenten das auch einmal ausprobieren wollten. Einer nach dem anderen stieg die Bühne hinauf und probierte diesen witzigen Effekt selber aus. Ein junger Student wollte wissen, ob es eigentlich auch ein Gas gebe, mit dem man die Stimme tiefer stellen könne. Natürlich gibt es das auch - das Wundermittel heißt SF6. Die Stimme wird beim Einatmen dieses Gases tiefer, weil SF6 schwerer ist als Sauerstoff, und deshalb langsamer in unsere Lunge fließt. Genau anders herum ist es bei Helium: Dieses Gas ist leichter und fließt schneller in die menschliche Lunge.

Am Ende dieser Vorlesung wurden den Studenten ihre „Uni-Zertifikate“ ausgehändigt, bei denen sich schwarz auf weiß zeigte, wer ein echter Student, Master oder sogar schon Professor ist.

Gekrönt wird das laufende Frühjahrssemester mit der Abschlussfahrt in das hannoversche Fußballstadion am Samstag, 13.06.2015.

Von Max Demmig und Frida Maecker