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Celle Stadt Privateigentum erschwert Stadt Gewerbeansiedlungen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Privateigentum erschwert Stadt Gewerbeansiedlungen
14:47 03.09.2013
Von Oliver Gatz
Hat Entwicklungspotenzial: das ehemaliges Post-Gelände an der 77er Straße. Allerdings ist es im Privatbesitz, so dass die Stadt hier nur vermittelnd tätig werden kann.  Quelle: Alex Sorkin
Celle Stadt

Als "Filetstück" bezeichnet Celles Wirtschaftsförderer Holger Overbeck das rund 5,5 Hektar große Gelände nördlich des Marthahofs, wo derzeit der Bohrsimulator gebaut wird. Es liegt zwischen dem vorhandenen Gewerbegebiet östlich der Braunschweiger Heerstraße und der geplanten Trasse der Ostumgehung. Für das Areal erlaubt der Flächennutzungsplan eine gewerbliche Nutzung. "Aber da hat die Sparkasse ihre Hand drauf", erläutert Overbeck. Angesichts der verkehrsgünstigen Lage geht er davon aus, dass dieses Areal seinen Preis haben wird.

Entwicklungspotenzial gibt es auch noch auf dem ehemaligen Postgelände an der 77er Straße. Es ist etwa fünf Hektar groß und befindet sich ebenfalls im Privatbesitz einer Immobiliengesellschaft. Auch diese Fläche, die im Süden an die überschwemmungsgefährdete Fuhse-Niederung grenzt, sei wegen ihrer zentralen Lage nicht ganz billig, sagt Oberbeck. Immerhin hat die Stadt hier als Vermittler zwei metallverarbeitende Betriebe ansiedeln können.

Auf dem Areal gibt es aber noch genügend freie Lagerkapazitäten und Büroräume. Angesichts der angrenzenden Wohnbebauung wünscht sich die Stadt dort allerdings nur Gewerbe, das das nähere Umfeld nicht stört – etwa durch Lärm. So denkt man im Neuen Rathaus etwa an kleine Handwerksbetriebe, Dienstleister oder Kleinlogistik.

Overbeck ist skeptisch, ob sich hier in absehbarer Zeit Nachnutzer finden lassen. Er plädiert eher dafür, die Hallen und Gebäude abzureißen und das Areal zu verkaufen. Als potenziellen Käufer bringt der Wirtschaftsförderer die Stadt aber nicht ins Spiel. Angesichts der Haushaltssituation könne man sich keine teuren Experimente leisten.

Was das Entwicklungspotenzial von Gewerbeflächen angeht, sieht es auch in Altencelle nicht besonders rosig aus. Wo dort noch etwas frei ist, ist es ebenfalls in privater Hand. Und eine potenzielle Erweiterung des Gewerbegebietes am Bruchkampweg ist nur dann möglich, wenn die Stadt landwirtschaftliche Flächen aufkaufen kann. Entsprechende Verhandlungen haben bislang zu keinem Ergebnis geführt. „Es gibt momentan keinen freien Quadratmeter, den wir vermarkten können", sagt Overbeck. Auch im Bereich Industriestraße und Bleckenweg – der Keimzelle des Altenceller Gewerbegebietes – sei alles dicht.