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Celle Stadt Professionelle Bartpflege im Trend?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Professionelle Bartpflege im Trend?
18:00 20.01.2014
Dieser Teilnehmer der Bart-Weltmeisterschaft des vergangenen Jahres steckt viel Zeit in seine Bartpflege. Professionelle Bartpflege ist im Landkreis Celle allerdings nicht so einfach zu finden. Quelle: Franziska Kraufmann
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„Viele tragen Bart“, bestätigt auch Ulrike Preuße, Vorsitzende der Friseurinnung Celle. „Das ist aber kein Trend beim Friseur, die Männer pflegen den Bart zu Hause.“ In ihren Salons werden Bärte lediglich gestutzt, eine komplette Rasur nehmen die Obermeisterin und ihre Angestellten nicht vor – aus Hygiene-Gründen. „Die Klinge müsste nach jeder Rasur entweder desinfiziert oder ausgetauscht werden“, erläutert Preuße. Hinzu kommt, dass die Bartrasur nicht Teil der Friseur-Ausbildung ist und den Friseur-Salons das passende Werkzeug in Form des klassischen Rasiermessers fehlt.

Friseurin Manuela Heurich erlebt beim Herrenfriseur Mann-o-Mann in Celle vor allem viele jüngere Kunden, die nach einer Bartrasur fragen. „Die wollen das gerne mal testen“, sagt sie. „Das ist ja auch eine Erholung.“ Doch Heurich muss ihre Kunden ebenfalls enttäuschen, obwohl sie das korrekte Rasieren während ihrer Ausbildung in der DDR gelernt hat. „So eine Vollbartrasur dauert ungefähr 30 Minuten und würde mindestens 20 Euro kosten, das wäre dann einigen doch zu teuer“, weiß Heurich. So berät sie lieber ihre Kunden, wie sie den Bart zuhause selbst schneiden und trimmen können.

Ganz anders nimmt sich Salem Damlakhi der Bartpflege seiner Kunden an. Der gebürtige Syrer betreibt zwei Friseur-Salons in Bergen und bietet die klassische Nassrasur des Barts an. Und das Geschäft mit der Gesichtsbehaarung boomt. „Jeden Tag habe ich Kunden, die sich den Bart rasieren lassen“, sagt Damlakhi. Dabei sind seiner Kreativität keine Grenzen gesetzt: ob komplette Rasur des Barts, in Form bringen oder die Gestaltung kunstvoller Gravuren, Salem Damlakhi ist für alles gerüstet. Er lernte das Friseur-Handwerk in Syrien, dort ist die Bartrasur noch fester Bestandteil der Ausbildung.

Für eine komplette Rasur stutzt Damlakhi den Bart zunächst mit der Maschine, danach trägt er eine dicke Schaumschicht auf und lässt das Rasiermesser flink über das Männergesicht gleiten. Das Messer brachte Damlakhi aus dem Ausland mit, die Klinge wird nach jeder Rasur ausgetauscht. Nach 15 bis 20 Minuten ist der Bart ab, dann wird die gereizte Haut mit einem warmen Tuch beruhigt, welches vorher in Wasser mit Öl und Minze getaucht wurde. „Für die Männer ist das sehr angenehm“, weiß Damlakhi. Um die zehn Euro kostet die Komplettrasur in seinen Salons Infinity und 7X.

Für drei bis vier Tage kann Mann das Ergebnis genießen und sich wie James Bond fühlen, dann muss wieder Hand an den Bart gelegt werden – entweder professionell in den wenigen Barbiersalons in Celle und Umgebung oder eigenständig zuhause.

Von Amelie Thiemann