Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Professor und Kinder erforschen Urzeitriesen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Professor und Kinder erforschen Urzeitriesen
16:41 26.11.2010
Professor Dr. Ulrich Kutschera hielt bei der Kinderuni "Collegium Cellense" einen Vortrag über Dinosaurier. Quelle: Björn Schlüter
Celle Stadt

„Als ich selbst so alt war, wie meine Zuhörer, da habe ich angefangen, mich für Aquarien und Terrarien zu interessieren. Von den Reptilien war es dann nur noch ein kleiner Sprung zu den Dinosauriern“, erklärt Kutschera. „Was aber genau ein Dinosaurier ist, das glauben zwar viele Menschen zu wissen, aber so einfach ist es nicht.“

Klar, dass an der Frage, was ein Dino genau ist, auch die Studenten ein wenig zu knobeln hatten. Eine Eidechse vielleicht? Aber die sind doch nicht ausgestorben. Oder gar das Monster von Loch Ness? Da weiß man ja gar nicht, ob es überhaupt existiert. Schließlich kamen Professor und Studenten zu der Definition, dass Dinosaurier landlebende Lauftiere gewesen sein müssen, deren Beine gerade nach unten verliefen und deren Arme frei waren, um damit nach etwas zu greifen. „In diese Definition passen sogar Dinosaurier, die scheinbar vierbeinig sind“, erklärt Kutschera. „Die haben sich nämlich zum Fressen auf die Hinterbeine gestellt und sich praktisch nur auf den Händen abgestützt.“

Die ältesten Dinos lebten auf der Erde vor rund 225 Millionen Jahren, erst vor rund 65 Millionen Jahren sind sie ausgestorben. „Menschen, die sich mit der Geschichte der Dinosaurier befassen, werden Paläontologen genannt und eigentlich sind das sogar Ahnenforscher“, so Kutschera. „Dinosaurier hatten bereits fünf Finger und sind damit tatsächlich zu den indirekten Vorfahren des Menschen zu rechnen. Wären sie nicht ausgestorben, würden wir heute vielleicht wie kleine Dinosaurier aussehen und Eier legen, um Nachwuchs zu bekommen.“

Spannend wird es auch bei der Frage, welche Farbe die Dinosaurier eigentlich hatten. Waren sie möglicherweise grün? Grün-gelb gestreift vielleicht? „Nach heutigem Erkenntnisstand könnte man es nicht genau sagen“, weiß Kutschera. „Es gibt zwar Fundstücke die irgendwann mal Dinosaurierhaut waren, welche Farbe die Haut aber ursprünglich mal hatte, verraten uns diese Fundstücke leider nicht mehr.“ Heute noch lebende, nähere Nachfahren der Dinosaurier seien die Vögel. „Die lassen sich bis zu einer kleinen Linie der Dinosaurier zurückverfolgen, die damit eben nicht ausgestorben ist“, sagt Kutschera.

Warum es mit den Urzeitriesen vor 65 Millionen Jahren zu Ende ging ist durchaus ein aktuelles Thema. „Die Dinosaurier sind an einer Klimakatastrophe zugrunde gegangen, deshalb sollten wir Menschen heute auch ganz besonders aufpassen, dass wir das Klima nicht auf Dauer schädigen mit all unseren Fabriken und Autoabgasen“, so Kutschera.

Bei den Dinosauriern war wahrscheinlich ein Meteorit zusammen mit vielen Vulkanen dafür verantwortlich, dass Gase und Staubwolken ein Leben für sie auf der Erde unmöglich machten. Dafür gibt es sogar Beweise. Erst vor wenigen Jahren wurde der Chicxulub-Krater in Mexiko mit dem Dinosterben in Verbindung gebracht. Dort schlug ein Meteorit ein – vor 65 Millionen Jahren.

●Termine: Die nächste Vorlesung findet am Donnerstag, 9. Dezember, 16 Uhr statt. Thema ist dann Armut und Reichtum.

Professor

Ulrich Kutschera

Von Björn Schlüter