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Celle Stadt Projekt klärt Celler Fahrschüler über Gefahren von Alkohol und Drogen auf
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Projekt klärt Celler Fahrschüler über Gefahren von Alkohol und Drogen auf
14:47 20.02.2014
So sollte der Atemalkoholtest im Zweifelsfall ausfallen: 0,00 Promille gehen in Ordnung.
Celle Stadt

„Mir ist schwindelig“, sagt Servin Aykurt und setzt die Rausch-Brille wieder ab. Die Brille simuliert ihrem Träger, dass er einen Alkoholpromillewert von 0,8 im Blut hat. Auch Josephine Merkert fühlt sich mit Brille betrunken: „Das beeinträchtigt die Wahrnehmung.“

Das Brillen-Experiment ist Teil der „Prästo“-Veranstaltung, die dieses Mal in der Celler Fahrschule „drive and fun“ stattfand. „Prästo – Starkes Fahren ohne Stoff“ ist ein suchtpräventives Projekt der Stadt und des Landkreises Celle, das seit diesem Jahr wieder regelmäßig an Fahrschulen in Celle und Umgebung angeboten wird. Zwei Hannoveraner Studenten, sogenannte Peers, vermitteln Fahrschülern die Gefahren und Konsequenzen, die Alkohol und Drogen am Steuer haben können.

Obwohl die Teilnahme freiwillig ist, drängen sich 25 Fahrschüler im Lehrraum. Die Peers Frauke Petrick und Bastian Spatz studieren Soziale Arbeit an der Hochschule Hannover, ihre Einsätze für „Prästo“ sind praktischer Teil ihres Studiums. Nach einem kurzen Gedankenaustausch verdeutlicht ein Film, welche Auswirkungen Alkohol und Betäubungsmittel auf Autofahrer haben können.

Die Fahrschüler interessiert vor allem eins: Mit welchen Konsequenzen muss ich rechnen, wenn ich betrunken oder unter Drogeneinfluss fahrend von der Polizei angehalten werde? Die Peers erläutern Promillegrenzen, doch betonen auch, dass für Fahrer unter 21 Jahren striktes Alkoholverbot herrscht.

Wie stark bereits geringe Mengen Alkohol die Wahrnehmung beeinträchtigen, verdeutlicht die Rausch-Brille. Einen Ball aufheben oder Händeschütteln wird damit zum artistischen Kunststück. „Was für Auswirkungen hätte dieser Zustand auf euer Fahrverhalten?“, wollen die Peers anschließend wissen. Nach diesem Experiment ist allen Fahrschülern klar: Eine schnelle und kontrollierte Reaktion ist betrunken unmöglich.

„Bei der Veranstaltung wird tieferes Wissen vermittelt“, sagt Fahrschulleiter Armin Bosse. „Der Austausch mit den Peers ist effektiv und auf Augenhöhe.“ Das kommt an. „Ich finde es gut, dass das Thema noch einmal aufgegriffen wird“, sagt Thore Swickis. Betrunken Autofahren sei in seinem Freundeskreis keine Option. Man bilde Fahrgemeinschaften oder nehme sich ein Taxi, sagt der 18-Jährige.

Spätestens als die Fahrschüler die möglichen Konsequenzen für das Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss hören, steht für die Zukunft fest: nur nüchtern hinters Steuer.

Von Amelie Thiemann