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Celle Stadt Prominenter Celler Standort für "geteiltes Geld"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Prominenter Celler Standort für "geteiltes Geld"
23:28 21.11.2014
Auch Edith Drögemüller ist mit ihren dekorativen Näharbeiten beim "Shop-Sharing" dabei. Quelle: Doris Hennies
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Was tatsächlich „Kreatives“ dabei herauskommen kann, wenn geschäftstüchtige Kunsthandwerker eine gute Idee haben und damit auf offene Türen beim Eigentümer mit leerstehenden Ladenräumen treffen, beweist eine neue Handwerkerausstellung in der Kanzleistraße 8. Zwölf Aussteller präsentieren und verkaufen dort – zunächst einen Monat lang – ab dem 24. November ihre Arbeiten.

Initiatorinnen des attraktiven „Shop-Sharings“ sind Ernestine Terres und Annemarie Leithäuser aus der Werkstatt „filz und faden“ am Nordwall 59. „Wir sind hier, trotz weniger Meter zur Altstadt, ziemlich weg vom Schuss. Der Nordwall stirbt als Einkaufsstraße langsam aus. Und der Besuch von Messen und Weihnachtsmärkten alleine reicht nicht, um auf Dauer wirtschaftlich zu überleben. Im Grunde wäre es notwendig, sich an besserer Stelle zu präsentieren, aber die Mieten für einen Laden in attraktiver Lage sind alleine nicht bezahlbar. So entstand die Idee, sich mit anderen Kunsthandwerkern zusammen zu tun.“

Am Anfang stand die Suche nach einer geeigneten Immobilie. In der Kanzleistraße 8 wurde man fündig. Die Vermieterin war ohne zu zögern aufgeschlossen für das Projekt und bereit – ohne bürokratische Umstände – die Räume zunächst einmal kurzzeitig zu vermieten. „Wir wollten das Risiko eines Fehlschlags, unrentabler Ausgaben und langfristiger Verpflichtungen so gering wie möglich halten und sind sehr froh, dass sich die Vermieterin auf eine kurzfristige Anmietung eingelassen hat. Ausgelegt ist das Konzept für länger, aber zunächst einmal starten wir zur Probe mit einem Zweimonats-Plan und einer Ausstellungszeit von vier Wochen“, so Terres.

Interessierte Kunsthandwerksleute für das Projekt zu finden war kein Problem. Geteilte Lasten und das Profitieren von einem breit gefächerten, ganz unterschiedlichen und damit für Besucher und Kunden noch attraktiveren Angebot schien für viele sehr verlockend. Logistik und Kapazitäten ließen die Initiatorinnen die Gruppe auf zwölf Teilnehmer beschränken. Terres: „Wir hoffen natürlich, dass das Konzept aufgeht und vielleicht sogar etwas Bleibendes daraus entsteht – und dass die Idee Schule macht. Das wäre für Kunsthandwerker einerseits und Geschäftseigentümer mit Leerstand andererseits eine gegenseitige Gewinn-Situation“. Die Attraktivität der Celler Altstadt mit besonderem Flair und individuellen Geschäften würde davon profitieren.

In der Ausstellung in der Kanzleistraße 8 zu finden sind: Drechsel-, Papier- und Lederarbeiten von Dorit und Hermann Amann, Handgestricktes und Malerei von Andrea Bölter, Modedesign von Anja Bothmann, Öfen und Porzellan von Clou & Classic, Keramik von Anne Dehning, Gartendekoration von Carola Denecke, Näharbeiten aus Westfalenstoffen von Edith Drögemüller, Hüte und mehr aus Filz von Ernestine Terres und Annemarie Leithäuser, Schmuck von Claudia Hostmann-Kaiser, Floristik von Bettina Misselhorn, Vintagemöbel von Annie Sloan sowie Leuchten der Firma Stahlhuth. Geöffnet ist von Montag bis Samstag von 11 bis 18 Uhr.

Von Doris Hennies