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Celle Stadt Psychiatrie: Angst schwingt immer noch mit
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Psychiatrie: Angst schwingt immer noch mit
17:55 09.03.2012
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Rainer Brase, Geschäftsführer des Klinikums Wahrendorff, und der jetzige Ärztliche Leiter der Tagesklinik am Weißen Wall, Hans-Heinrich Benecke, versuchten die Bedenken auszuräumen, ohne die Dinge zu beschönigen. „Es wird immer wieder solche Fälle geben. Das Problem ist aber, dass da die Voraufklärung nicht funktioniert hat. Wenn diese Menschen früher zu uns kommen würden, gäbe es diese Fälle nicht. Man darf die Psychiatrie nicht dämonisieren“, meinte etwa Brase.

Und Benecke fügte hinzu, nachdem die Anwohnerin mit dieser Anwort nicht zufrieden war: „Wir werden auch Menschen behandeln, die handgreiflich werden können, etwa wenn sie unter Wahnvorstellungen leiden. Aber es gibt bei uns keine forensischen Patienten, keine Massenmörder oder Menschen, die Kinder missbraucht haben. Wenn solche Leute kommen, werden sie sofort woanders untergebracht.“ Zudem, so betonte Benecke, würden in Celle auch keine Drogenabhängigen behandelt. Dafür gebe es eine Spezialklinik am Hauptsitz der Wahrendorffschen Klinik in Ilten.

Etwas länger als eine Stunde hatten die Verantwortlichen der Wahrendorffschen Klinik den Anwohnern Rede und Antwort gestanden. Die meisten Fragen drehten sich dabei um Besucher- und Lieferverkehr, die Lage des Haupteingangs oder auch den eventuellen Lärm, der während der Bauarbeiten durch das Einraumen von Pfeilern entstehen könne. Brase: „Wir sind kein Akutkrankenhaus mit einem großen Betrieb.“ Der Verkehr dürfte daher nicht besonders ausgeprägt sein. Und für die Pfeiler würde man ein spezielles Rüttelverfahren benutzen, dass lärmschonend sei.

Die Bauvoranfrage für das Projekt sei vor drei Wochen bei der Stadt Celle eingereicht worden. Der Bauantrag soll im April folgen. Die Planungen haben sich allerdings in der Zwischenzeit verändert. Das Klinikum Wahrendorff hat mittlerweile auch das Privatgrundstück auf der Westseite erworben. Der Baukörper in L-Form werde nun nicht mehr so nah an den Grundstücken an der Ostseite liegen, erklärte Brase.

Der Haupteingang werde sich zur Schlepegrellstraße hin befinden. Die Parkplätze würden an der Wittinger Straße angelegt. Die Bauarbeiten sollen im kommenden Jahr beginnen. Mit der Fertigstellung rechnet Brase für 2014. Dann soll im Frühjahr oder im Sommer die Psychiatrie in Celle ihren Betrieb aufnehmen. Geplant sind zwei Einheiten für insgesamt 48 stationäre Patienten sowie eine Tagesklinik.