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Celle Stadt „PuR’s lachende Collagen“ im Atelier 22
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „PuR’s lachende Collagen“ im Atelier 22
18:03 28.04.2013
„Dolce vita“ – ein Gemeinschaftswerk von Ruth Schimmelpfeng-Schütte - und Peter Lindemann. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Bereits im Empfangsraum sticht ein farbenfrohes Bild ins Auge, das den Titel „Schönes Sauwetter“ trägt. Entgegen der geläufigen Redewendung vom Sauwetter spazieren bei herrlichstem Sonnenschein hier bunte, aus dem Bild in den Raum ragende Pappmaschee-Schweinchen durch die Landschaft, die auf der Spitze der Baumeswipfel das Marburger Schloss – Geburtsort Schimmelpfengs – erstrahlen lässt, das in den Sommerhimmel ragt. Das Bild in seiner Heiterkeit begeisterte sofort, wie überhaupt schon die Ausstellungseröffnung großen Anklang fand. „Überall wurde gekichert und gelacht“, freuen sich Schimmelpfeng und Lindemann. An Anspielungen und lustigen Ideen ist die Ausstellung reich. Da ist der „Bücherwurm“ und „Zettels Traum“, ein Sammelsurium von Collagiertem, darunter ein Kalenderblatt von 1912. Überaus komisch sind die „Drei Doppelkorn“ – wörtlich genommen dominieren dort dreimal zwei Kornähren das Bild. In „Drahtesel“ stehen vier Mini-Fahrräder einem Spielzeugesel gegenüber. „Die Fahrräder habe ich aus Indien mitgebracht“, so Schimmelpfeng. In den meisten Fällen stammen die Bildgründe von ihr, auf denen sich die beiden Kunstfreunde dann auslassen durften. Bei der Arbeit „Naturschutz“ sieht man Utensilien hinter Netz, in „Erinnerung“ enthüllt ein sich in den Raum hin öffnender Reißverschluss verborgene Welten. Witzig sind auch die Spielereien mit Objekten der Musik: eine reflektierende CD bildet den fesselnden Kern des Bildes „Augenblick“, für den „Spanischen Rundtanz“ wurde Kassettenband zerpflückt. Magisch angezogen wird man aber zweifelsohne von der süßen Verführung „Dolce Vita“ – bonbonfarbenen und ganz realen zuckrigsten Leckereien. Ob die Collage in dieser Ausführung bis zum Ende hängt? Ebenso sind die Bilder „Wiesentunnel“ und „Spraywald“, die im Zuge der Graffiti-Arbeiten entstanden, einfallsreich und amüsant. Zehn „Gerichtsblumen“, Kuli-Zeichnungen kombiniert mit Zeitungsausschnitten, ergänzen den farbenfrohen Spaziergang durch eine Welt von Eulenspiegeleien.

Von Aneka Schult