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Celle Stadt Publikum kommt ins Grübeln
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Publikum kommt ins Grübeln
15:02 04.11.2018
Gintas Jocius und Johanna von Gutzeit halten in "Jeder rettet einen Afrikaner" dem Publikum auf amüsante Weise den Spiegel vor Augen. Quelle: Hubertus Blume
Celle

Die Wochen gegen Rechtsextremismus endeten am vergangenen Freitag mit der Aufführung des Stückes "Jeder rettet einen Afrikaner" des Celler Schlosstheaters und führte den Besuchern noch einmal auf amüsante Art vor Augen, wie alltäglich Fremdenfeindlichkeit im Leben ist oder wie leicht man sich darin verstricken kann. Oder zeigte das Stück vielleicht doch eher, dass man vieles nicht allzu kleinlich sehen sollte? Die Besucher nahmen jeder für sich ihre ganz persönliche Lehre mit aus der Aufführung.

Das Stück kurz erläutert: Eine Gruppe plant eine Benefizveranstaltung, um dadurch den Bau einer Schule in Afrika zu finanzieren. Die Theaterbesucher werden Augenzeugen der Probe und erleben, wie das eigentliche Ziel mehr und mehr in den Hintergrund rückt, aber auch, welche gutgemeinten Ideen zum genauen Gegenteil ausarten. Da stellt sich die Frage, ob man bei einer Benefizveranstaltung für Afrika auch Menschen mit dunkler Hautfarbe mitmachen lassen soll oder ob man sie damit nicht sogar vorführt? Wie viel Mitleid und Betroffenheit dürfen wirklich in der Veranstaltung mitschwingen? Und letztlich die Frage: Wie überzeugt man Menschen davon, dass diese schon mit einem kleinen Geldbetrag das Leben anderer positiv beeinflussen können?

Das Publikum in der ausverkauften Halle 19 auf dem Gelände der CD-Kaserne amüsierte sich köstlich, kam aber auch ins Grübeln. "Ohne zu zögern, habe ich mir die Theaterkarte gekauft und hier vor Ort dann noch ein Gläschen Wein gegönnt. Das Geld dafür habe ich ausgegeben ohne dass ich es vermissen würde. Wenn ich aber ein Kind in Afrika unterstützen soll, damit es für lächerliche 10, 20 oder 50 Euro ein Jahr zur Schule gehen kann, dann hadere ich mit mir selbst. Das ist schon mehr als peinlich", meinte etwa Marlies Jacobs.

Lukas Wirtz beschäftigt eher ein anderes Thema aus dem Stück: "Erschreckend ist es, wie schnell wir im Eifer des Gefechts das eigentliche Ziel aus den Augen verlieren. Wir, die nicht Hunger leiden müssen, streiten uns darüber, wer welche Rolle bei einer gutgemeinten Veranstaltung übernimmt. Das ist doch einem hungernden Menschen vollkommen egal."

Mit gemischten Gefühlen geht Maja Düsing nach Hause. "Natürlich möchte ich helfen und kann es mir finanziell auch leisten, bin aber zwiegespalten, ob die Hilfe auch dort ankommt." Und auch Ursula Behring ist durch das Stück ins Grübeln gekommen: "Es stimmt doch tatsächlich. Wir beurteilen Menschen nach ihrer Hautfarbe. Aber Mensch bleibt doch Mensch." Letztlich zog jeder seine eigene Lehre aus dem Stück und beruhigte sein Gewissen am Ende mit einer Spende für ein reales Projekt: "Eine Schule für Bissau" der Deutsch-Guineischen Gesellschaft.

Von Birgit Stephani

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