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Celle Stadt Putengeschnetzeltes statt Spargel
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Putengeschnetzeltes statt Spargel
17:57 17.06.2011
Celle Stadt

Frischer deutscher Spargel und ein Spargel-Feinkost-Paket war den Besuchern einer Veranstaltung von einem Frischehof aus den Niederlanden im Café Müller versprochen worden. Doch die Veranstaltung des „Frischehof DeWeers“ wurde noch vor Beginn direkt vor Ort vom Gewerbeaufsichtsamt Celle aufgelöst. Die älteren Damen und Herren, die sich an diesem Nachmittag zum angekündigten „Deutschen Spargelfest 2011“ aufgemacht hatten, gingen enttäuscht nach Hause.

Der „Frischehof DeWeers“ hatte in den vergangenen Tagen Einladungen zu einem „Deutschen Spargelfest 2011“ verschickt, bei dem jeder Gast ein Pfund frischen Spargel und ein Spargel-Feinkost-Paket erhalten sollte. Allerdings war im Café Müller eine ganz andere Veranstaltung angemeldet. Statt Spargel sollte es Putengeschnetzeltes mit Rösti geben. Von einem Spargelfest wusste Christian Steyer, Betriebsleiter des Cafés am Südwall, nach eigenem Bekunden nichts. Laut Reservierungsauftrag sei eine Vorstellung von Urlaubsreisen und Produktneuheiten geplant gewesen.

„Wir arbeiten mit vielen Reiseveranstaltern zusammen, die wir auch kennen. So etwas ist uns zum ersten Mal passiert“, sagt Steyer. Der Veranstalter habe das bestellte Putengeschnetzelte für 20 Personen bezahlt. „Hier wird mit der Gutmütigkeit der älteren Leute gespielt“, so Steyer.

Die Besucher der Veranstaltung waren in der Tat verärgert. Sie hatten auf einen schönen Nachmittag in gemütlicher Runde gehofft. Allerdings scheinen der „Frischehof DeWeers“ und auch die angegebene GmbH auf der Reservierung von Café Müller gar nicht zu existieren: Zumindest im Internet ist keine Spur von ihnen zu finden.

Die Stadtverwaltung, die telefonisch von einem Bürger über die Veranstaltung im Café Müller informiert wurde, beschreibt das Ganze als ein „Wanderlager“. Dies ist eine „vorübergehende Verkaufsstelle außerhalb der regulären Verkaufsstelle und muss 14 Tage vor Beginn bei der zuständigen Behörde angezeigt werden“, so die städtische Pressesprecherin Myriam Meißner: „Die Firma, die für die Verkaufsveranstaltung bei Café Müller verantwortlich war, hat ihren Sitz in den Niederlanden. Der Veranstalter konnte keine Unterlagen für eine Gewerbeanmeldung vorlegen. Somit konnte nicht verglichen werden, ob die Dinge, die der Verkäufer verkaufen wollte, auch tatsächlich angemeldet sind. Letztendlich untersagte das Gewerbeaufsichtsamt die Veranstaltung.“

Von Franziska Kiele