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Celle Stadt Quarantäne im Celler Tierheim: Alles für die Katz?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Quarantäne im Celler Tierheim: Alles für die Katz?
18:32 05.04.2018
Von Dagny Siebke
Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

250.000 Euro sollte das Gebäude kosten. "Jetzt stecken schon 293.000 Euro im Neubau drin", sagt Cornelia Hardt, Vorsitzende des Celler Tierschutzvereins, und gibt zu: "Da hätte man gut zwei, drei Wohnungen daraus machen können." Dabei ist das Dach eine Spende, und das Grundstück ist von der Stadt gepachtet. "Uns fehlen noch weitere 70.000 Euro", betont Hardt. "Wir geben die Hoffnung nicht auf, wir wollen die Katzenquarantäne dieses Jahr noch zum Abschluss bringen."

Zwei Architekten sind schon verschlissen, mehrere Vereinsspitzen haben am Gesamtkunstwerk geknabbert, damit die Katzenquarantäne nicht noch einen vierten Winter leersteht und Heizkosten verschlingt. Der Sachverständige Jürgen Miltz hat etliche Baumängel festgestellt: "Der Schaden beträgt rund 23.585 Euro." Ein erforderlicher Pumpenschacht für Schmutzwasser muss komplett erneuert werden. Eine glatte Stufe aus Granit bringt Besucher direkt am Eingang ins Rutschen. Dann fällt der Gast direkt in den Umkleideraum. In der Akustikdecke fehlt die Abluft. "Hier könnte man erschlagen werden, wenn sich die Platten mit Wasser vollsaugen", warnt Bauingenieur Miltz.

Nach Rechtsstreitigkeiten wollen es die Ehrenamtlichen ohne Architekten wuppen. Mit dem ersten Bauplaner ist der Tierschutzverein einvernehmlich auseinandergegangen. Mit dem zweiten liegt es im Argen. Hier übernimmt die Versicherung den Schaden erst, wenn der Fall vor Gericht ausgeurteilt ist.

"Wir nehmen Hilfe in jeder Form an. Es muss nicht immer um Geld gehen. Es wäre schön, wenn uns Fliesenleger oder Tischler unterstützen. Und wenn es nur mit Material ist", betont Hardt. Stadt und Landkreis werden nicht helfen können, weil der Landkreis schon 75.000 Euro für den Bau dazugegeben hat. Die Stadt hat eine Bürgschaft in Höhe von 75.000 Euro übernommen. Der Tierschutzbund hat auch mindestens 10.000 Euro zugeschossen, und allerlei Spenden stecken schon in der Baustelle.

Wie kann ein Katzenhaus so teuer werden wie ein schickes Einfamilienhaus? Hans-Jürgen Dittrich vom Vorstand des Tierschutzvereins erklärt: "Jedes Fundtier muss erst einmal zwei Wochen in die Quarantänestation. Wir behandeln hier auch Fälle, die hochansteckend sind." Leidet ein Tier an der Katzenpest, genügt bereits ein kurzer Aufenthalt im gleichen Zimmer, um das Virus weiterzutragen. Deswegen brauchen die Tierpfleger Schutzanzüge, die nach einmaliger Nutzung vernichtet werden müssen. Eine wirksame Desinfektion ist nur auf glatten keramischen oder metallischen Flächen möglich. "Wir brauchen hier im Tierheim alles zweimal", betont Dittrich. Also für die Quarantänestation eine extra Futterküche, einen Desinfektionsraum, ein Tierarztzimmer, ein Lager, Dusche und Umkleide.

In der alten Katzenquarantäne sei es zu eng, zu klein und zu dunkel, sagen die Tierschützer. Aktuell sind hier acht Boxen belegt. Es ist noch Platz für zwei, drei weitere Katzen. "Die nächste Babyzeit liegt vor uns, dann haben wir ein Problem", betont die stellvertretende Tierheimleiterin Astrid Brauner. "Bis zur dritten, vierten Woche kommen die Kätzchen noch bei der Mutter unter. Doch wenn sie sich danach nicht richtig bewegen können, bekommen die Kleinen Muskelschwund."

Auch im Tierheim Freyburg an der Unstrut hat der Umbau des bestehenden Hunderaumes zu einer neuen Katzenquarantäne etwas länger gedauert. Die Baukosten beliefen sich am Ende auf rund 13.100 Euro. Die neue Quarantäne besitzt nun 12 Einzelboxen, von denen vier zu komfortablen Doppelboxen umfunktioniert werden können. Außerdem gibt es zwei große Familienboxen.

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