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Celle Stadt Quedlinburg: Aufbauhilfe zu Beginn der Städtepartnerschaft
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Quedlinburg: Aufbauhilfe zu Beginn der Städtepartnerschaft
20:24 14.11.2014
Von Gunther Meinrenken
Bei seinem Besuch in Quedlinburg im Frühjahr 1990 brachte Niedersachsens Ministerpräsident Ernst Albrecht 100.000 Dachziegel mit. Die Bevölkerung war begeistert. Quelle: Joachim Gries
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Am 6. Januar 1990 war Biermann mit dem damaligen Oberbürgermeister Herbert Severin zu seiner ersten Reise in ein kommunistisches Land aufgebrochen. "Wir folgten einer Einladung des Bürgermeisters der alten Kaiserstadt Quedlinburg, die auch an 30 andere westdeutsche Städte ergangen war. Sie alle waren an einer Städtepartnerschaft interessiert", berichtet Biermann. Die Fahrt dauerte bei teils unbeschreiblichen Straßenverhältnissen fast dreieinhalb Stunden. "Über dem Harz herrschte eine Inversionswetterlage, das heißt, die Luft aus den Tälern stieg nicht auf. Dadurch verblieb die Abluft der mit Braunkohle betriebenen Heizungen im Tal. Man mochte kaum atmen."

Bei einem Rundgang wurde schnell deutlich, dass Quedlinburg vom realexistierenden Sozialismus schwer gezeichnet war. Die Fachwerkstadt war fast total verfallen. "Danach begaben wir uns zum Mittagessen, das aus Kartoffelsalat und Thüringer Bratwürsten bestand. Nun begann die Quedlinburger Brautschau der Partnerstadtaspiranten."

"Goslars Oberbürgermeister Paul war der Überzeugung, die Wahl könne nur auf Goslar fallen, da beide Städte im Harz lägen, zudem mittelalterliche Kaiserstädte seien und über eine reiche gemeinsame Vergangenheit verfügten", erzählt Biermann. Dies habe für Widerspruch bei Karl-Wilhelm Lange, dem Stadtdirektor von Hannoversch-Münden gesorgt. Er machte den Vorschlag, zusammen mit Celle, Hameln und Herford eine gemeinsame Städtepartnerschaft anzubieten. "Quedlinburg nahm unsere Offerte an. Damit war die Städteunion gegründet."

Jede der westdeutschen Städten verpflichtete sich, vier Beamte des gehobenen Dienstes auf Zeit nach Quedlinburg abzuordnen. "Wir übernahmen die Ausbildung junger Menschen aus Quedlinburg. Damit war das Gerüst für einen unseren Maßstäben entsprechenden Verwaltungsaufbau gelegt", so Biermann. "Schließlich renovierten wir ein wunderschönes, fast gänzlich verfallenes Fachwerkhaus als Sinnbild für die Städte-Union. Noch wichtiger aber war, dass durch den regen Austausch persönliche Freundschaften entstanden. Im Januar 2015 wird diese Städte-Union ihr 25-jähriges Bestehen feiern."