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Celle Stadt Range: Vertraut den neuen Wegen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Range: Vertraut den neuen Wegen
20:41 19.02.2012
Von Christoph Zimmer
B¸rgerkanzel mit Harald Range Quelle: Peter M¸ller
Celle Stadt

Vertraut den neuen Wegen. So heißt das Lied, das Harald Range im vergangenen Herbst, nachdem die Entscheidung gefallen war, als Generalbundesanwalt zu kandidieren, Mut und Zuversicht gegeben hat. "Was machst du da eigentlich? Wohin führt dein Weg?", hat er sich damals bei der Feier zum 300 Geburtstag des Oberlandesgerichts in der Stadtkirche gefragt, als sich das Bundeskabinett schon für ihn entschieden hatte. Antworten fand er in den einzelnen Strophen. Die Ehre, nach Karlsruhe zu gehen, sei nicht das Ziel, sondern die Wirkung, die diese Entscheidung auf die Mitmenschen habe. "Du tust es für andere, nicht für dich. Du wirst gebraucht", sagte Range. Vertraut den neuen Wegen - das galt für Range auch gestern. Als erster Redner hat er von der Bürgerkanzel zur Gemeinde der Stadtkirche gesprochen.

Davon, dass die Aufklärung der Mordserie an ausländischen Kleinunternehmern, den Mord an einer Polizistin und zahlreiche Banküberfälle und Sprengstoffanschläge, nachdem die Bundesanwaltschaft die Strafverfolgung des rechtsextremistischen Zwickauer Zelle aufgenommen hat, "mein Leben und Denken bestimmt". Es bestimme die Arbeit der Bundesanwaltschaft, des Bundeskriminalamts und stehe im Fokus der Öffentlichkeit. Allerdings gehe es neben der Ermittlung der Helfer und Helfershelfer auch um die ganz wesentliche Frage, welche Beweggründe und Ursachen diese schrecklichen Taten haben, sagte Range. "Wie kann es zu so einem Fremdenhass kommen? Was können wir, was kann die Gesellschaft tun, um solche Gewalttaten zu verhindern?"

Er verwies wieder auf das Lied. "Was fühlen die Angehörigen der Opfer?", fragte Range. Immerhin seien diese Menschen wie viele andere auch "im Vertrauen auf neuen Wegen zu uns gewandert". Sie werden und wurden in diesem Land gebraucht. "Das sind Fragen, die wir uns über die Strafverfolgung hinaus in der gesamten Gesellschaft stellen müssen".

Häufig sei er gefragt worden, wie er diesen Einstand als Generalbundesanwalt nach außen hin so ruhig und gelassen bewältige. "Es sind die Menschen, denen ich vertrauen kann, meine Frau, meine Familie, meine Freunde und Nachbarn, die mir Halt, Mut und Zuversicht geben."