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Celle Stadt Rasante Show und Klamauk-Drama
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Rasante Show und Klamauk-Drama
16:55 01.05.2018
Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

Auch über Merkels vierte Kabinettbildung zieht der Kölner her. „Seit Jahren gibt es eine Konstante: Das Amt darf nie in die Kernkompetenz des Ministers passen, alle werden gegen ihre Begabung besetzt.“ Angefangen mit Jens Spahn, der als Gesundheitsminister über Hartz-IV-Bezieher herzieht, über Julia Klöckner, die als Ex-Weinkönigin die Landwirtschaftsministerin gibt, bis hin zu Ursula von der Leyen, die nach Familie, Arbeit und Soziales mit defekten Hubschraubern und Tornados den ersten Friedensnobelpreis bekommen kann: „Stellt dir vor es ist Krieg und keiner fliegt hin!“

Mit seiner Kunstfigur Stapper leuchtet der Kölner mit böser Zunge die Perspektive eines Proleten aus. Der Hartzer der ersten Stunde ist herrlich in seinem Versuch, dem Sohn das Buch als „analoge Wissensapp to go“ zu verkaufen. „Die Kulturtechnik des Umblätterns ist gefragt, wischen hilft nicht, dafür öffnen sich aber gleich zwei neue Fenster!“ Wöchentlich geht Stapper als Vertreter der Unterschicht Reiche ärgern. Dabei provoziert er in „Assidas“ in Waldorfschulen: „Länger als zehn Minuten habe ich noch nie gebraucht, um einen Elternabend zu sprengen.“

Auch der Gutmensch muss Urlaub vom Weltverbessern machen. Am Klavier stimmt Griess das Mittelmeerlied an und konfrontiert das Wohlfühlmilieu zynisch mit dem sozialen Ungleichgewicht. „Hier im Club Med kann ich alles vergessen. Ibiza All-Inclusive, auf Rhodos glücklich sein. Die Ertrunkenen höre ich beim Cocktail nicht mehr schreien. Auf Kreuzfahrt mit der Europa 2 fahren wir an Schlauchbooten vorbei.“

Nach der Pause erscheint Griess in seinem afrikanischen Karnevalkostüm und nimmt sich den Übergriffen in der Silvesternacht 2015 am Kölner Hauptbahnhof vor, um sich dann den „Ostlingen“ zuzuwenden. Überhaupt kommen die Menschen in Ostdeutschland schlecht weg: „Wo die Nazis an den Bäumen wachsen, da ist Sachsen!“

Zum Ende der rasanten Show und einem Klamauk-Drama in pointierten Szenen werden die „Bankster“ in ihre Schranken gewiesen: „Das Leben ist kein Bonihof.“ Die Gäste stimmen begeistert ein in „Bring back my money to me“ und bedanken sich mit viel Applaus für den abwechslungsreichen Abend.

Von Marion Peterson

Die „Nachtklänge“ in der Celler Kirche St. Ludwig gehören zu den wenigen Veranstaltungszyklen im Celler Raum, die ein inhaltliches und ein formales Format zu einander in Beziehung setzen und dabei den Hörer im kirchlichen Raum immer wieder mit Neuem oder zumindest Ungewohntem konfrontieren.

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