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Celle Stadt Rat beschließt Schulreform
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Rat beschließt Schulreform
21:17 09.02.2012
Von Michael Ende
Celle Stadt

CELLE. Es dauerte zwei Stunden, gefüllt mit zum Teil ideologieschwangeren Diskussionen, bis am Ende eine Mehrheit aus CDU, SPD und WG bei 14 Gegenstimmen den Schulstruktur-Kompromiss beschloss, den Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) mit Landrats Klaus Wiswe (CDU) ausgehandelt hatte. Ihm zufolge werden im nächsten Schuljahr Haupt- und Realschulen durch Oberschulen ersetzt - und falls der Elternwille es hergibt, soll es später in Celle eine Gesamtschule geben. Eine automatische Schließung des Gymnasiums Ernestinum oder des Hölty-Gymnasiums solle damit nicht verbunden sein, wurde betont.

Mende hatte hatte eindringlich für diese "epochale" Entscheidung geworben: "Sie ist Quantensprung in Bezug auf Bildungsgerechtigkeit und Durchlässigkeit der Systeme. Mit dem Jahr 2014 wird, wenn die Eltern es dann immer noch wünschen, eine Gesamtschule in Celle eingerichtet werden. Damit wird in Celle, wie in vielen anderen Kommunen in Niedersachsen auch, endlich ein weitgehend umfassendes Bildungsangebot angeboten und von den Eltern und den Schülern angewählt werden können." Die Einführung einer Gesamtschule dürfe nicht als "Affront" gegenüber den Gymnasien gewertet werden, so der OB.

Aber genau so kam es bei bei FDP-Fraktionschef Joachim Falkenhagen an, der der SPD vorwarf, nun ihre "ideologischen Ziele aus den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts" durchdrücken zu wollen - und das mit "zerstörerischer" Wirkung auf die Bildungslandschaft und besonders die Gymnasien. Die Oberschulen seien notwendig, die IGS jedoch kontraproduktiv, so der Liberale.

Aus den Reihen der Grünen, Linken und Unabhängigen wurde heftige Kritik an der als "überstürzt" eingestuften Reform laut. Eltern, Schüler und Lehrer seien in keiner Weise am Entscheidungsprozess beteiligt worden, hieß es. Genau das müsse nun auf ganz breiter Basis geschehen, sagte Joachim Ehlers (CDU): "Jetzt müssen wir durch Informationsveranstaltungen den Eltern ihre Skepsis nehmen."

Mende betonte, dass gerade erst ein Prozess in Gang gesetzt worden sei: "Wir befinden uns mit der heutigen Entscheidung erst auf dem Weg. Heute beginnt die Veränderung der Schullandschaft, aber sie ist heute nicht endgültig abgeschlossen."