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Celle Stadt Rathaus-Runde: Schluss im August
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Rathaus-Runde: Schluss im August
15:05 29.06.2011
Von Michael Ende
Verkehr auf Stechbahn Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

CELLE-ALTSTADT. "Pass auf!" Rasch zieht Melanie B. ihre Freundin zur Seite. Sie steht auf der Stechbahn. Dort, wo Autofahrer eigentlich Rücksicht auf Fußgänger nehmen sollten, ist darauf kein Verlass. Also hüten sich Passanten vor den Kraftfahrzeugen, die haarscharf an ihnen vorbei rollen. Noch höchsten sechs Wochen bestehe hier Grund zur Vorsicht, heißt es dazu aus dem Rathaus. Spätestens Mitte August solle gemäß des jüngsten Ratsbeschlusses die 2005 eingeführte und seitdem umstrittene "Rathausumfahrung" aufgehoben sein.

Künftig sollen auf der zentralen Stechbahn entlang der Kirche und Am Markt vor dem Alten Rathaus die Fußgänger wieder unter sich sein. Dafür hatten sich SPD, Grüne und WG ausgesprochen. Für eine Beibehaltung der Umfahrung hatten CDU, „Unabhängige“ und FDP plädiert. "Die Entscheidung der Politik soll so günstig und so klar wie möglich umgesetzt werden", sagt Jens Hanssen, städtischer Fachbereichsleiter Straßen, Verkehr und öffentliche Einrichtungen. Derzeit werde von der Verwaltung ein Verkehrszeichenplan erarbeitet, mit dem die neue, alte Situation geregelt werden solle, so Hanssen: "Das meiste geht durch eine Umbeschilderung. In vier bis sechs Wochen werden wir soweit sein, das umzusetzen."

Die Kosten der Umstellung hielten sich "Im überschaubaren Bereich", so Hanssen: "Das werden schätzungsweise um die 1000 Euro sein." Dann müsse manh sehen, ob die neue Beschilderung von den Autofahrern auch registriert werde: "Falls das nicht der Fall sein sollte, müssten wir eventuell doch baulich etwas machen. Ich hoffe jedoch, das das, was bereits jetzt an Markttagen funktioniert, künftig an jedem Tag funktioniert." Gut sei, dass man künftig einen Großteil der Poller von der Stechbahn entfernen könne: "Das hat den super-positiven Aspekt, dass wir an Markttagen deutlich weniger Aufwand haben, weil die Poller nicht ab- und wiederaufgebaut werden müssen. Das wird eine erhebliche Einsparung ergeben."

Dass neben den Pollern auf der Stechbahn auch 14 Parkplätze "eingespart" würden, sei ein Nebeneffekt, von dem man abwarten müsse, ob und wie er sich auswirke, so Hanssen: "Man könnte in der Kanzleistraße durch Schrägaufstellung neun neue Stellplätze schaffen. Aber das würde rund 50.000 Euro kosten, und dazu haben wir keinen politischen Auftrag. Der Parkplatzverlust könnte auch durch eine Öffnung des "Ratsherrenfrauen-Parkplatzes" mehr als kompensiert werden. Aber auch hier fehlt der politische Auftrag.

Bernd Zimmermann ist einer, an dessen Geschäft an der Stechbahn bald nicht mehr Autos vorbeifahren werden. Dass seine Fleischerei deswegen Umsatzeinbußen zu befürchten hat, glaubt er nicht: "Dass ein paar Parkplätze direkt vor unserem Laden wegfallen, lässt sich verschmerzen - es sind ja noch genug andere da. Für das Ensemble der Innenstadt und die Stechbahn als Platz ist das Wegfallen des Autoverkehrs sicherlich positiv. Man muss ja nicht mit dem Auto ins Wohnzimmer fahren."