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Celle Stadt Rathsmühle als Museumsstandort
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Rathsmühle als Museumsstandort
14:08 12.06.2012
Von Michael Ende
Rathsm¸hle soll Museumsstandort werden Quelle: Peter M¸ller
Celle Stadt

CELLE. „Das Thema treibt mich um“, sagt Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) und meint damit die Rathsmühle. Wegen ihr ist er jetzt zum wiederholten Male vom Steuerzahlerbund angezählt worden. Der vermeintliche Mühlen-Goldesel habe sich als kastrophal teure Katze im Sack erwiesen, die nun eine Enttäuschung nach der anderen biete, so der Steuerzahlerbund. So weitergehen solle es auf keinen Fall, unterstreicht Mende: „In dem Moment, in dem wir eine vernünftige Nutzung in die Mühle bekommen, werden wir wirtschaftlich ganz anders dastehen.“ Diese Nutzung müsse „Sinn machen“ , so der OB. Er hat einen Vorschlag ins Spiel gebracht, der nun auf seine Machbarkeit hin untersucht werden soll: „Wir lassen derzeit prüfen, ob wir dort einen Museumsstandort etablieren könnten.“

Als dringend benötigtes Depot für das Bomann-Museum war die Mühle schon früher im Gespräch: „Aber allein für eine solche Nutzung würden wir keinen Ziel-1-Fördermittel von der EU erhalten, so Mende. Für eine kombinierte Museumsnutzung wohl schon: „Meine Idee ist, in der Rathsmühle sowohl das Garnison-Museum als auch das Stickmustermuseum und zusätzlich die derzeit im Bomann-Museum gezeigten Lego-Welten als Dauerausstellung unterzubringen.“ Da bliebe noch genug Platz für ein Museums-Depot auf zwei Etagen.

Vieles spreche für dieses Konzept, erläutert der OB. Das Garnison-Museum auf dem Schützenplatz platzt derzeit aus allen Nähten, ist bis unters Dach vollgestopft mit faszinierenden Exponaten, die auch aus Platzgründen nicht so präsentiert werden können, wie sie und die Besucher es verdient hätten. Das Stickmustermuseum am Prinzengarten ist zwar in einem hübschen Palais untergebracht, liegt jedoch „JWD“ - „janz weit draußen.“ „Würden wir Militaria und Stickmuster in der Mühle unterbringen, so entstände zusammen mit dem Bomann-Museum, dem Kunstmuseum und dem Residenzmuseum im Schloss eine fußläufig erreichbare Konzentration in unserer Museumslandschaft, die eine noch größere Strahlkraft entwickeln könnte als die heutige.“

Hinzu käme noch ein Publikumsmagnet, der nicht zu unterschätzen sei, sagt Mende: „Eine Lego-Dauerausstellung, wie sie die am Schlossplatz präsentierte Sammlung von Christian Lange ermöglichen würde, gibt es bislang in ganz Norddeutschland nicht. Aus Gesprächen mit Herrn Lange weiß ich, dass er von einer Dauerausstellung träumt - sie könnte zusätzliche Besucher nach Celle bringen.“

Durch den Verkauf der Gebäude, in denen derzeit Garnison- und Stickmustermuseum untergebracht seine, käme Geld in die Stadtkasse, sagt Mende, der hofft, dass bald auch die generalüberholten Stromturbinen in der Rathsmühle für einen stetigen Geldstrom sorgen: „Die Generatoren bergen aber auch ein Risiko, auf das ich ganz klar hinweise: Erst wenn sie wieder laufen, werden wir wissen, ob sich ihr Geräusch mit einem Museumsbetrieb vereinbaren lässt.“ Derzeit sei seine Idee lediglich eine Vision, betont Mende: „Wir prüfen das jetzt - mit dem klaren Fokus, dass das auch gelingt.“

Passt

Schon seit längerer Zeit werfen Celles Museums-Macher mehr als nur ein Auge auf die Rathsmühle. Und das aus gutem Grund: Das Gebäude bietet jede Menge Fläche, sowohl für großzügige Ausstellungen als auch für umfangreiche Depot-Zwecke. Dabei liegt die Museums-Mühle in unmittelbarer Nähe der Museen am Schlossplatz. Hier böten sich Synergieeffekte sowohl für die Organisatoren als auch für Besucher, denen auf kleinster Stadtfläche ein geballtes Kultur-Programm angeboten würde. Doch, doch - das passt.

Offen ist derzeit, inwiefern die Immobilie tatsächlich für Museumszwecke geeignet ist - und ob sich nicht weitere finanzielle Unwägbarkeiten eröffnen. Alle offenen Fragen müssen von Experten sauber abgearbeitet werden. Wenn‘s dann immer noch „passt“, dann wird die Rathsmühle doch noch ein Gewinn für Celle.