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Celle Stadt "Ratsherrenfrauenparkplatz": Neues Schlupfloch für Politik?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Ratsherrenfrauenparkplatz": Neues Schlupfloch für Politik?
16:00 05.10.2016
Von Gunther Meinrenken
Quelle: Michael Schäfer
Celle Stadt

Die Grünen hatten im August selbst dafür gesorgt, dass im Verwaltungsausschuss noch keine Entscheidung über den Parkplatz an der Kanzleistraße gefallen war. Vor der Sitzung präsentierten sie ihren Ratskollegen noch einen weiteren Vorschlag. Die Idee: Der Parkplatz könnte als Stellfläche für Radfahrer zur Verfügung gestellt werden. Die Angelegenheit wurde zur weiteren Diskussion wieder vertagt.

In der vergangenen Woche legte die Verwaltung dann dar, warum sie die Idee mit den Fahrrädern doch nicht so knorke findet wie die Grünen. "Der Platz an der Kanzleistraße ist nach Meinung der Stadt nicht zentral genug", wundert sich Zobel über die Ablehnung seines Antrags. Der Weg für die Abschaffung des Parkprivilegs wäre nun frei gewesen. Doch dann sei die FDP mit einem anderen Vorstoß gekommen. Die Liberalen hätten die Möglichkeit ins Spiel gebracht, den Parkplatz zu verkaufen. Da die Verwaltung nicht auf Anhieb sagen konnte, was das Grundstück wert ist, wurde die Abstimmung über den Parkplatz erneut vertagt. "Ich ahne schon, wie das endet. Beim nächsten Mal kommt dann die CDU und beantragt, die Fraktionssitzungen wieder im Alten Rathaus abzuhalten und dafür bräuchte die Politik die kostenlosen Parkplätze", unkt Zobel.

Heiko Gevers, Fraktionsvorsitzender der CDU, weist das weit von sich: "Die CDU hat am meisten Prügel für das Parkprivileg bezogen, obwohl Angehörige von anderen Ratsmitgliedern viel öfter dort parken. Für uns ist klar: Das Parkprivileg kommt weg und die Stellflächen werden bewirtschaftet oder wir verkaufen den Parkplatz."

Die Rückkehr der Fraktionssitzungen ins Alte Rathaus hält Gevers hingegen für eine gute Idee: "Die Politik ist damals als erstes aus der Innenstadt herausgegangen. Als Zeichen für die Altstadt kann ich mir vorstellen, dass auch andere Fraktionen es unterstützen würden, wenn die Sitzungen wieder im Alten Rathaus stattfinden – aber ohne Anspruch auf einen freien Parkplatz", so Gevers.

Nach Informationen der Stadt würden die Fraktionssitzungen im Alten Rathaus allerdings mit Mehrkosten von etwa 8000 Euro pro Jahr zu Buche schlagen. Außerdem wäre der logistische Aufwand höher und die technische Ausstattung im Neuen Rathaus sei deutlich besser.