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Celle Stadt Ratten bringen Straße zum Einsturz
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Ratten bringen Straße zum Einsturz
18:53 05.02.2010
Von Oliver Gatz
Bauarbeiter nehmen das Loch in der Altenceller Schneede unter die Lupe. Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Die gemeine Wanderratte hat am Freitag ein Verkehrschaos rund um die Altenceller Schneede verursacht. Die Nager hatten sich in Höhe der Pastor-Kittel-Straße um den Schacht des Schmutzwasserkanals unter der Asphaltdecke einen Hohlraum gewühlt, der schließlich einstürzte. Dadurch sackte die Straße ab.

Wie Stadtsprecherin Myriam Meißner mitteilte, stellte die Feuerwehr in der Nacht zu Freitag den Schaden fest und informierte die Verwaltung. Eine Baufirma wurde damit beauftragt, das Loch in der Straße unter die Lupe zu nehmen und aufzufüllen. Ein Bagger der Firma Staatz aus Winsen rückte an und riss ein etwa zwei mal zwei Meter großes Loch in die Fahrbahnoberfläche. Bei den weiteren Arbeiten musste das Unternehmen vorsichtig vorgehen, um keine Gas- und Stromleitungen zu beschädigen. „Die Arbeiten dauern noch bis Sonnabendmittag an“, erläuterte Meißner.

Im Zuge der Reparaturarbeiten war die Altenceller Schneede nur noch in Richtung Osten (Altencelle) einspurig für den Verkehr befahrbar. In Richtung Westercelle war dies nicht mehr möglich. Dadurch kam es rund um die Altenceller Schneede zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Es bildeten sich lange Staus auf der Burgstraße/Celler Weg und der Braunschweiger Heerstraße. Nach Angaben von Polizeisprecher Guido Koch gab es aber keine Unfälle.

Im Weißen Feld berührten sich nach Angaben eines Anwohners Fahrzeuge, da aufgehäufter Schnee in den Seitenbereichen die Fahrbahn verengte. Wo es möglich war, sollen Autofahrer den Bürgersteig genutzt haben. „Das ist ein Aberwitz“, schimpfte Friedrich Paulsen, der an der Ecke Lüder-Wose-Straße wohnt. Er übte Kritik am Krisenmanagement der Stadt. Angesichts der Defizite bei der Schneeräumung müsse das Weiße Feld für den Durchgangsverkehr gesperrt werden, forderte Paulsen.

Zunächst wurde vermutet, dass ein maroder Kanal die Straße zum Absacken brachte. Doch es stellte sich heraus, dass Ratten dafür verantwortlich waren. Angesichts der frostigen Temperaturen hatten sie unter der Straßendecke und um den warmen Abwasserschacht einen Hohlraum gewühlt. Da das Abwasser im Winter eine Temperatur um die zehn Grad hat, fühlten sich die Nager in ihrer Höhle wohl – bis schließlich ihre Behausung einstürzte.

Die Ratten sind der Stadt natürlich ein Dorn im Auge. Die Verwaltung hat deshalb eine Spezialfirma beauftragt, die in Kürze den Tieren zu Leibe rücken wird. „Wir werden uns am Montag dem Rattenproblem widmen“, kündigte Meißner an.

In der Vergangenheit hatte es in Celle und andernorts immer wieder Probleme mit dem Kanalnetz gegeben. Die Fraktion der Wählergemeinschaft (WG) im Stadtrat will deshalb von der Verwaltung wissen, in welchem Zustand das städtische Netz ist, ob Gefahren für die Umwelt bestehen und wieviel Geld jährlich für Reparaturarbeiten ausgegeben wird. „Der Antrag wird ausführlich im Ausschuss für Öffentliche Einrichtungen und Umwelt behandelt. Dazu wird derzeit das entsprechende Zahlenmaterial zusammengestellt“, sagte Meißner.