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Celle Stadt Rebecca Harms im Redaktionsgespräch: Energieverbrauch reduzieren
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Rebecca Harms im Redaktionsgespräch: Energieverbrauch reduzieren
13:53 19.05.2014
Rebecca - Harms Quelle: Bernd Von Jutrczenka
Celle Stadt

„Mit der Förderung erneuerbarer Energien allein lässt sich der Klimawandel nicht stoppen. Wir müssen auch den Energieverbrauch reduzieren.“ Das forderte Rebecca Harms, Spitzenkandidatin der Grünen bei den Europawahlen, gestern in einem Gespräch mit der Celleschen Zeitung. Und zum Energiesparen gehört für die 57-Jährige eben auch, Haushaltsgeräte wie Kaffeemaschinen und Kühlschränke möglichst energieeffizient zu gestalten: „Ich kenne niemanden, der dagegen ist, Strom zu sparen.“Deshalb ist es für Rebecca Harms nicht unsinnig, wenn die EU-Kommission in Brüssel Vorgaben für energieeffiziente „Produkte der Zukunft“ macht – auch wenn zu detaillierte Vorschriften bei einigen Bürgern und Politikern auf Kritik stoßen.Wenig Verständnis hat Rebecca Harms auch dafür, dass die Skepsis gegenüber der EU und dem Euro gerade in Deutschland so verbreitet ist: „Erst durch die europäische (und amerikanische) Solidarität nach dem Zweiten Weltkrieg ist Deutschland zu dem geworden, was es heute ist.“Auch die Hilfe für Griechenland und andere strauchelnde Euro-Staaten geschehe letztlich im eigenen Interesse, meinte die Grünen-Politikern: „Geht es den anderen Ländern schlecht, geht es auch der Exportnation Deutschland schlecht.“Um die EU auf ein stabileres Fundament zu stellen, muss es nach den Worten von Harms langfristig eine gemeinsame Wirtschafts- und Finanzpolitik geben – und damit unter bestimmten Bedingungen auch eine Vergemeinschaftung von Schulden. Zudem sollten die demokratischen Rechte in den EU-Ländern gestärkt werden. Gegenwärtig sei die EU allerdings nicht in der Lage, größere Länder wie die Türkei als neue Mitglieder aufzunehmen.Besondere Sorgen macht sich Rebecca Harms gegenwärtig um die Ukraine, die sie mit Parteifreunden in den vergangenen Monaten mehrfach besucht hat: „Wir waren alle überrascht durch die Okkupation und Annexion der Krim durch Russland. Vor dem Einmarsch russischer Truppen gab es in der Bevölkerung auf der Krim keine Mehrheit für einen Anschluss an Russland.“ Und auch die angebliche Volksabstimmung über die Zukunft der Krim sieht Rebecca Harms sehr kritisch: „Ein Referendum unmittelbar nach der Besetzung durch fremde Truppen kann nicht ernst gemeint sein.“Ähnliche Entwicklungen befürchtet die Grünen-Politikerin jetzt auch in den Gebieten um Lugansk und Donezk im Osten der Ukraine: „Kleine Gruppen von ,Separatisten‘, die mit russischen Waffen ausgestattet sind, destabilisieren die ganze Region.“ Sollte Russland auch dort einmarschieren, müsse auch Deutschland „seine wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland überprüfen“ – sprich Wirtschaftsaktionen verhängen.Und die sind für die Grünen-Politikern besonders wirkungsvoll, wenn Deutschland und die anderen EU-Länder ihre Abhängigkeit von russischen Erdgaslieferungen verringern. Wie kann man das erreichen? Durch andere Energiequellen – und durch Energiesparen. (mr)

Von Michael Regehly