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Celle Stadt Regierung will Erdölfirmen an Kosten für Sanierung beteiligen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Regierung will Erdölfirmen an Kosten für Sanierung beteiligen
16:36 23.02.2015
Von Simon Ziegler
In Bohrschlamm­gruben wurden früher - Bohrrückstände abgelagert.  - Das Foto - zeigt ein Erdölfeld bei Nienhagen.  Quelle: Fremdfotos / Texte Eingesandt
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Das geht aus einer Antwort des Umweltministeriums auf eine mündliche Anfrage mehrerer CDU-Landtagsabgeordneter, darunter Ernst-Ingolf Angermann aus Langlingen, hervor. „Um die finanzielle Belastung der zuständigen Behörden in Grenzen zu halten, wird die Landesregierung Gespräche mit der Erdöl- und Erdgasindustrie aufnehmen, um eine Kostenbeteiligung zu erreichen“, sagte Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) am vergangenen Freitag.

Die CDU-Abgeordneten hatten gefragt, ob Presseberichte zutreffend sind, wonach im Umweltministerium Alarmstimmung herrsche, weil der Verdacht besteht, dass Hunderte alter Bohrschlammdeponien das Grundwasser in Niedersachsen gefährdeten. Sie wollten zudem wissen, was die Landesregierung unternehme, um eine Gefährdung des Trinkwassers durch diese Bohrschlammdeponien zu verhindern.

Wenzel bestritt, dass es im Ministerium eine Alarmstimmung gebe. Er verwies auf die im November 2014 gebildete Arbeitsgruppe. Deren Aufgabe ist es, eine umfassende Übersicht über die in Niedersachsen existierenden Öl- und Bohrschlammgruben zu erstellen. Als Grundlage werde eine Datenbank des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) herangezogen, die mehr als 400 Öl- und Bohrschlammgruben beinhaltet. Diese Datenbank werde derzeit ergänzt, Rückläufe aus Unternehmen und Behörden würden ausgewertet, so das Ministerium. Das LBEG hatte am 12. Februar mit der Veröffentlichung der ersten Datensätze mit 100 Standorten von Öl- und Bohrschlammgruben in Niedersachsen begonnen. „Ob und inwieweit eine mögliche Gefährdung des Grundwassers vorliegt, hängt einerseits von den jeweiligen lokalen Standortgegebenheiten und andererseits von den Inhaltstoffen der Bohr- und Ölschlammgruben ab“, so Wenzel.

Im Kreis Celle soll es insgesamt etwa 36 Schlammgruben geben. Bei einigen handelt es sich um Hausmüllkippen, in denen auch Bohrschlamm abgekippt wurde. Die Schlammgruben gibt es im gesamten Kreisgebiet. Sie sind vor allem dort zu finden, wo früher die Schwerpunkte der Ölförderung waren, zum Beispiel am Ölberg in Wietze.