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Celle Stadt Rehe kennen keine Zebrastreifen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Rehe kennen keine Zebrastreifen
18:50 30.04.2018
Von Christian Link
Rehe sind die häufigsten Opfer: Jedes Jahr ereignen sich bis zu 250.000 Wildunfälle auf den Straßen im Bundesgebiet. Die Dunkelziffer liegt laut Schätzungen des Deutschen Jagdverbands vermutlich fünfmal so hoch. Quelle: Patrick Pleul
Celle

Im Mai sind die Böcke besonders angriffslustig. Wenn ein Neuling ins Revier eines Platzbocks eindringt, enden die Imponier- und Drohkämpfe häufig mit wilden Verfolgungsjagden. Auf seiner Flucht schaut der unterlegene Rehbock nicht nach links oder rechts und läuft auch mal blindlings über eine Landstraße, um dem Rivalen zu entkommen. Das ist nicht nur für den Bock gefährlich, sondern auch für Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer.

"Mit dem Frühjahr steigt die Aktivität vieler heimischer Wildtiere rapide an", warnt der Deutsche Jagdverband (DVJ). Daran sind nicht nur Revierkämpfe schuld. Der Heißhunger auf zartes Grün sorgt dafür, dass Pflanzenfresser dieser Tage besonders viel unterwegs sind. Und Wildtiere achten nicht auf Verkehrsregeln. Das führt dazu, dass im Schnitt alle zweieinhalb Minuten ein Reh, Wildschwein oder Hirsch vor ein Fahrzeug läuft.

Laut einer aktuellen DJV-Statistik gab es vom 1. April 2016 bis 31. März 2017 bundesweit knapp 228.500 Wildunfälle. Bei 85 Prozent aller Zusammenstöße waren Rehe beteiligt. Hinter Bayern belegt Niedersachsen den zweiten Platz dieser Statistik. Insgesamt 32.220 Mal krachte es hier zwischen Wildtieren und Fahrzeugen. In den meisten Fällen (28.710) waren Rehe beteiligt, deutlich seltener Schwarzwild (2370), Damwild (980) und Rotwild (160).

Wer Zusammenstöße vermeiden will, sollte deswegen die Wildwechsel-Warnschildern beachten und an Wald-Feld-Rändern sowie im Wald aufmerksam fahren. "Gerade in der Morgen- und Abenddämmerung steigt die Wildunfallgefahr", mahnt der DJV und verweist auf das Aufprallgewicht von Wildtieren. Selbst ein 20 Kilogramm schweres Reh besitzt bei einer Kollision mit Tempo 60 ein Aufschlaggewicht von 800 Kilogramm. Die Wucht, mit der ein Rothirsch bei gleicher Fahrtgeschwindigkeit in die Frontpartie einschlägt, entspricht sogar dem Gewicht eines ausgewachsenen Elefanten – das sind gut fünf Tonnen.

Viele Gefahrenstellen sind allerdings nicht ausgeschildert, weil laut DJV nur etwa ein Prozent der Unfälle mit großen Säugetieren vom Statistischen Bundesamt erfasst werden. Dadurch fehle die Grundlage, um Wildunfallschwerpunkte zu erkennen und anschließend zu entschärfen. Mit einer Tierfund-App wollen die Jäger jedoch Abhilfe schaffen: Jeder Verkehrsteilnehmer kann sich daran beteiligen und Wildunfälle online melden. Wissenschaftler der Universität Kiel werten die Daten anschließend aus. Mehr als 45.000 Datensätze liegen nach DJV-Angaben bereits vor, die von Verkehrsbehörden genutzt werden.

Das "Tierfund-Kataster" gibt es im App-Store von Google und Apple. Wildunfälle können aber auch unter www.tierfund-kaster.de gemeldet werden.

So reagieren Sie richtig bei Wildunfällen

Unfallstelle sichern: Ruhe bewahren. Warnblinkanlage anschalten, Warnweste anziehen und Warndreieck aufstellen.

Polizei informieren: Bei Personenschäden leisten Sie zuerst Erste Hilfe und wählen dann den Notruf. Ansonsten verständigen Sie einen Jäger oder die Polizei (110).

Fahrbahn freiräumen: Tote Tiere möglichst an den Straßenrand ziehen – sofern Sie sich oder andere dabei nicht gefährden. Aufgrund der Infektionsgefahr dabei immer Handschuhe tragen. Zu lebenden Tieren Abstand halten.

Tiere nicht verfolgen: Einem geflüchteten Tier nicht folgen. Merken Sie sich die Fluchtrichtung. So kann der Jäger das verletze Tier leichter finden.

Wichtig: Lassen Sie sich für die Versicherung eine Wildunfallbescheinigung von Jäger oder Polizei ausstellen.

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