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Celle Stadt Reinigung mit gebremstem Schaum
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Reinigung mit gebremstem Schaum
13:35 07.06.2011
Von Michael Ende
Stadt schränkt Straßenreinigung ein Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

CELLE. Steigende Kosten bei sinkenden Leistungen - das mögen Gebührenzahler nicht. Und genau das verkauft ihnen jetzt die Stadt Celle. "Die Verwaltung muss immer überlegen, wo man sparen könnte, ohne massiv ins Leistungsspektrum einzugreifen", sagte Jens Hanssen, städtischer Fachbereichsleiter Straßen, Verkehr und öffentliche Einrichtungen, als er jetzt im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen den neuesten Sparvorschlag vorstellte: Bei der Straßeneinigung soll es Einschnitte geben.

"Durch die vorgeschlagene Änderung der Straßenreinigungs-Verordnung wird mehr Wert auf eine bedarfsgerechte Reinigung gelegt. In der Sommerzeit ist es vollkommen ausreichend, wenn die Gemeindestraßen alle 14 Tage und die Hauptverkehrsstraßen wöchentlich gereinigt werden", so Hanssen. Die Reinigungs-Intervalle sollten dem tatsächlichen Bedarf angepasst werden: "Wir wollen nicht aus Prinzip im Sommer Staub aufwirbeln, wo es gar nicht nötig wäre. Nach dem Winter und während der Laubzeit werden die Intervalle auf den notwendigen Bedarf verkürzt."

Durch die Änderung der Intervalle soll eine der drei großen Kehrmaschinen, deren Anschaffungskosten 125.000 Euro betragen, eingespart werden, so Hanssen: "Dadurch ergibt sich eine Ersparnis von 80.000 Euro an jährlichen Betriebskosten. Allein der Kraftstoffverbrauch reduziere sich um jährlich 15.000 Liter Diesel pro Jahr. Weiterhin sollten schmale Straßen und Sackgassen, die nicht von den großen Kehrmaschinen gereinigt werden könnten, in die Reinigungsklasse 4 überführt werden, erläuterte Hanssen: "Sie werden derzeit mit großem Aufwand von der kleinen Kehrmaschine und von Handkolonnen gereinigt." Wer Anlieger einer Straße sei, die künftig der Nicht-Reinigungsklasse 4 zugeschlagen werde, müsse auch keine Straßenreinigungsgebühren zahlen, hieß es. Hanssen: "So kann ein Schmalspurfahrzeug, das beschafft werden sollte, eingespart werden. Das sind Minderausgaben von 90.000 Euro. Betriebskosten in Höhe von 67.000 Euro werden eingespart und der Kraftstoffverbrauch um 4000 Liter Diesel reduziert." Wegfallen sollten auch die Stellen der Fahrer, die demnächst ohnehin aus Altersgründen ausscheiden würden.

Erst im September 2010 hatte der Rat eine Erhöhung der Straßenreinigungsgebühren um 6,9 Prozent beschlossen. Grund war die Kostenexplosion durch der vorangegangenen harten Winter. Auch im nächsten Jahr werde man sich aus diesem Grund auf steigende Gebühren einstellen müssen, deutete Hanssen im Ausschuss an: "Die Abrechnungen für die letzte Winterdienstsaison sind noch nicht fertig - aber es ist jetzt schon absehbar, dass die Gebühren erneut erhöht werden müssen."