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Celle Stadt Gewerkschaft warnt vor Altersarmut
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Gewerkschaft warnt vor Altersarmut
15:55 10.01.2019
Von Gunther Meinrenken
Betteln, um die Rente aufzubessern - dieses Schicksal droht nach Befürchtungen von Gewerkschaftern auch Senioren in Celle. Quelle: Alexander Stein
Celle

Dem Landkreis Celle droht Altersarmut – in einem größeren Ausmaß als bislang angenommen. Das befürchtet die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Rund 29.000 Arbeitnehmer im Kreis Celle würden demnach – so, wie sie heute arbeiten – nur eine Rente unterhalb der staatlichen Grundsicherung bekommen. Und das, wenn sie nach immerhin 45 Berufsjahren in den Ruhestand gingen. Das sind 43 Prozent aller Beschäftigten im Kreis.

Risiko für Altersarmut steigt

Die Schwelle für „Alters-Hartz-IV“ liegt im Kreis Celle bei aktuell 781 Euro im Monat. Dabei sind die Kosten fürs Wohnen berücksichtigt. Dies geht aus einer Renten-Analyse des Pestel-Instituts hervor. Die Wissenschaftler aus Hannover haben dabei für die Gewerkschaft NGG amtliche Statistiken ausgewertet.

Demnach könnte die Zahl armutsgefährdeter Rentner im Landkreis Celle künftig noch deutlich steigen – nämlich dann, wenn die durchschnittliche Rente bis zum Jahr 2030 auf nur noch 43 Prozent des Einkommens abfallen sollte. "Dann gäbe es mehr als 32.000 Menschen, die nach 45 Beitragsjahren bei einer Rente unterhalb der Grundsicherung landen", so das Pestel-Institut. Claudia Tiedge, Geschäftsführerin der NGG-Region Hannover, spricht von „alarmierenden Zahlen“.

"Vertrauen in staatliche Altersvorsorge steht auf dem Spiel"

„Am Ende steht hier das Vertrauen in die staatliche Altersvorsorge und damit der gesellschaftliche Zusammenhalt auf dem Spiel.“ Die Bundesregierung hat eine Sicherung des Rentenniveaus bei 48 Prozent bis lediglich 2025 vereinbart. „Das reicht nicht aus“, so Tiedge. Die Große Koalition müsse das Rentenniveau längerfristig stabilisieren und möglichst anheben.

Gewerkschaft sieht Arbeitgeber in der Pflicht

Zugleich sieht die NGG die Arbeitgeber in der Pflicht. Gerade in Branchen wie dem Gastgewerbe und Bäckerhandwerk müssten im Kreis Celle viele Beschäftigte im Alter aufstocken. „Dabei haben Hoteliers, Gastronomen und Bäckermeister bei der Bezahlung durchaus Spielraum. Anstatt auf Aushilfen mit wenigen Wochenstunden zu setzen, sollten sie reguläre Vollzeitstellen schaffen – und zwar bezahlt nach Tarif“, so die Gewerkschafterin.

Frauen besonders häufig betroffen

Viele Beschäftigte hätten zwar das Glück, dass der Partner mehr verdiene und so die Haushaltskasse im Rentenalter aufbessere. Doch häufig sei das Geld selbst dann sehr knapp. Gerade wer einen Teilzeit- oder Minijob habe, müsse sich auf einen „extrem mageren Rentenbescheid“ einstellen. Frauen seien davon besonders häufig betroffen. Tiedges Fazit: „Der Staat muss die gesetzliche Rente sichern."

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