Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Restauratoren suchen nach alten Farbfassungen im Schlosstheater
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Restauratoren suchen nach alten Farbfassungen im Schlosstheater
17:53 05.02.2010
Von Gunther Meinrenken
Im Celler schloss beginnen für die anstehende Sanierung umfangreiche Bestandsaufnahmen für den Denkmalschutz Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Was hat das Schlosstheater mit dem Alten Rathaus gemeinsam? Nun, beide sind mit Illusionsmalereien versehen worden. Nur während diese am Alten Rathaus nach der kürzlich abgeschlossenen Sanierung wieder zu sehen sind – auch wenn einige Teile des Putzes wieder abbröckeln – ist die Bemalung des Zuschauerraumes des Schlosstheaters unter dem heutigen Anstrich verborgen. Der Leitende Restaurator Peter Dengler und seine drei Mitarbeiter spüren den alten Malereien derzeit nach.

„Es geht dabei um den Anstrich von 1770. Wir haben nur schriftliche Aufzeichnungen über diese Bemalung. Darin wird geschildert, dass der Zuschauerraum mit 15 perspektivisch gemalten Säulen versehen war“, schildert Dengler, der nicht nur diese Bemalung freilegen will. Insgesamt sollen in der langen Geschichte des Schlosstheaters fünf verschiedene Fassungen den Zuschauerraum verschönert haben. Die aus den Anfangsjahren hat Dengler bereits fragmentweise freigelegt. Aus all den verschiedenen Fassungen soll nach Beendigung der Sanierung eine Musterachse im Zuschauerraum gestaltet werden. So können sich die Theatergänger einen Eindruck über das Aussehen in früheren Jahrhunderten machen.

Was viele Theaterbesucher nicht wissen: Einige Malereien, die heute im Schlosstheater zu sehen sind, haben mit dem ursprünglichen Zustand der Bühne überhaupt nichts zu tun. Die Quadriga-Darstellung des Apoll über der Bühne ist schwülstiger Nazi-Kitsch, gemalt, als das Theater in den 30er-Jahren saniert wurde. Sie dürfte nach der Sanierung wohl nicht mehr zu sehen sein.

Wie der Zuschauerraum nach Beendigung der Sanierungsarbeiten gestaltet wird, steht jetzt noch nicht fest. „Welche Bemalung nach dem Umbau verwendet wird, wird vom Denkmalschutz festgelegt“, meinte Wesko Rohde. Das sei letztlich auch eine Geldfrage und da steht erst einmal im Vordergrund, „ein modernes, bespielbares Theater zu haben“, so der Technische Leiter, für den eines jetzt schon klar ist: „Es wird auf jeden Fall besser aussehen als jetzt.“